Das Weihnachtsfest

Es gehört zu den unumstößlichen Gesetzen eines jeden Jahres, das Weihnachtsfest zu feiern. Klar, zu schenken macht Freude, vielleicht noch mehr, als beschenkt zu werden.
Oma wünscht sich vom Enkel einen selbst gebastelten Kalender, so lassen sich die Tage der Einsamkeit besser verwalten. Mutter wünscht sich natürlich liebe Kinder, etwas, das sie das ganze Jahr über schon praktiziert haben, nur Mutter hat da manchmal andere Vorstellungen.
Vater wünscht sich mehr Verständnis für seine Schaffenskraft.


So ist der Gabentisch gefüllt mit mehr oder weniger sinnvollen oder auch sinnlosen Extras, die den Alltag verschönern sollen.
So manches verschwindet schon am Abend des Beschenkens unauffällig im Papiergewuschel des Verpackungshaufens.
Aber es gibt auch sinnvolle Geschenke. Ich bin ganz fasziniert von der an meine Cabrio-Sonnenschutzkappe anzusteckende kleine LED-Leuchte. Endlich einmal ist das Licht auch da, wo ich es brauche, wenn ich unter oder irgendwo im Auto herumfummele. Einfach toll.
Apropos Cabrio, meine Frau hat sich was ganz besonderes ausgedacht.


Unser 356er führt uns zuweilen schon einmal im Sommer auf die grüne Wiese, sei es im Rahmen einer Oldtimer-Rallye, oder auch einfach nur so. Dazu braucht man einen Picknickkorb, passend mit Besteck und natürlich auch vier Sektgläsern. Jetzt Frage ich mich mal, muss ich denn immer noch zwei Personen mehr mitnehmen?
In meinen 356er passen hinten aber nur bestenfalls zwei Kinder, denke ich so vor mich hin und meine beiden Söhne haben die Zwei-Meter-Grenze schon überschritten. Ein lustiges Bild, sie sich auf den Rücksitzen vorzustellen.
Ja und ich habe mir etwas ganz besonderes für meine Frau ausgedacht, einen elektronischen Bilderrahmen.
Ich denke da besonders an die Beschwerden der letzten Jahre, warum denn überhaupt so viele Bilder gemacht werden müssen, wenn sie denn doch niemand zu Gesicht bekommt.


Seit dem auch die Handys Fotos machen können, platzt ja regelmäßig auch der Chip im selbigen vor Bildern, die sonst kein Mensch je gemacht hätte. Aber ich bin glücklich, endlich einmal etwas gefunden zu haben, was offensichtlich Anklang findet.
Den ganzen Abend wechseln die Bilder ihr Motiv. Ich habe in tagelanger Kleinarbeit unsere Urlaubs – und sonstige Erlebnistage in Reih und Glied gebracht und jetzt glänzen sie verlegen vom kleinen Schirm des elektronischen Bilderrahmens.
Ich glaube es nicht, aber gestern noch hörte ich im Radio, Renner des diesjährigen Weihnachtsfestes sind eben genau diese Teile.
Wie ist es möglich, dass ich in diesem Jahr genau auch den Geschmack der Masse getroffen habe. Haben die denn alle mitbekommen, als ich das Teil kaufte?


Auch meine Kinder sind zufrieden, solange der Briefumschlag, der unauffällig auf dem Stapel der Geschenke liegt und meistens erst ganz zuletzt geöffnet wird, - man möchte sich ja nicht als geldgeil outen -, nicht den Eindruck macht, fast ohne Inhalt zu sein.
Wichtiger sind natürlich die Dinge des täglichen Bedarfs, die man als Student einfach unendlich braucht, Kaffee, Socken, ein Buch oder auch zwei, eine LED-Taschenlampe, damit man in seiner Studentenbude überhaupt noch etwas wieder findet, und eben der weiße Umschlag.
Wie gut, dass unsere Tochter inzwischen ihren Job gefunden hat. Ade, du schönes Studentenleben. Die Geschenke beschränken sich auf sinnvolle Extras zur Ausstattung der neuen Wohnung.


Ich bin überzeugt, auch dieses Jahr sind alle zufrieden.
Letztes Jahr stand der neue 356er unter dem Tannenbaum, zumindest virtuell. Dieses Jahr ging es um ein paar nette Ausstattungsdetails und die Remise ist ja auch fertig geworden. Auch ich bin vollends zufrieden. Sogar der Baum erhält allgemeine Anerkennung, wenn er denn auch ein wenig schief steht, aber das liegt bestimmt an den vielen bunten Kugeln, die den Baum schmücken.
Die Schlacht ist geschlagen, aber insgesamt ein harmonisches Weihnachtsfest.


Vielen Dank an die Mitwirkenden. :D :wink:


Bilder: unbekannt, Text : W.L.

.....997/2 Turbo S Cabrio


Gruß
Wolfgang




Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann.
Mark Twain