964 N/GT "gegen" 964 C2

Montag Nachmittag 16:00 Uhr:
der GT3 Endtopf wurde am Sonntag leiser gemacht und musste per Express ca. 750 km weit verschickt werden.
mein UPS will 218 € netto ?:-(


die Zeit läuft ...


mein BlackPearl hat ein neues Setup (das vierte) und der Kunde würde die Expresskosten bezahlen, egal wer liefert.


noch schnell die neuen Bremsscheiben des RS drauf geschraubt (die alten hab ich wohl krumm gefahren ...) und vollgetankt.




A3 Richtung Süden:


wenn der Verkehr es erlaubt lass ich’s laufen, das Lenkrad kann ich das erste mal (seit ich die 18“er drauf hab) loslassen :thumb:


Scheinbar hab ich endlich ein passendes Setup gefunden, dass trotz 285er hinten ein griffiges Fahrgefühl aufkommen lässt, ohne diesen widerlichen Spurrillentango, der einem das Schnellfahren vermiest.


Bis 280 km/h geht es leicht zu fahren, das Lenkrad hat wenig Eigenbewegung und das Auto „schlingert“ nicht. Wenn sich Spurrillen zeigen geht es immer noch ein klein wenig hin oder her, aber so minimal dass es nicht aufregt und sich nicht "gefährlich" anfühlt.


Schön zu fahren auf Langstrecke !!!



Hinter der Grenze wartet Paul in einem weißen N/GT auf mich, 330 PS bei 408NM und sonst, bis auf die MPSC und das kurze 6-Ganggetriebe, auch alles Serie :lol:


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Da ich keine Lust habe nach Hause zu fahren sondern schon „ziemlich nah“ :D am Furka bin, beschliessen wir zusammen das Niemandsland (irgendwo zwischen "Basel und Biel") unsicher zu machen und in Lyss zu übernachten. Fahre ich halt erst morgen wieder zurück, das ist nicht so anstrengend. Hätte ich gewusst wie Paul fährt ... hätte ich genauso gehandelt :D
... von wegen anstrengend und so …


Paul ist so lieb und kümmert sich sofort um ein preiswertes Hotel, dass auch einen dieser angeblich ungeliebten Deutschen aufnimmt :D und bucht mir eine Einzelhaft für irgendwann heute Nacht.


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Was jetzt kommt beschreib ich nicht. Darf ich nicht beschreiben, und kann es eigentlich auch nicht wirklich.
Um dem N/GT zu folgen musste ich heftig rein treten in diesen schönen 64er namens BlackPearl.
Mehr als 1x musste ich den Popo einfangen, mehr als 10x musste ich wegen Drehzahl vom dritten in den Vierten, mehr als 100x dachte ich „jetzt darf keiner entgegen kommen“ …


In dem endlosen Waldstück mit der welligen Piste, auf der man das Gefühl hat, man springt von einer Asphaltkuppe auf die nächste, muss ich ans und oftmals über das Limit gehen.
Das Lenkrad zeigt auf 9 Uhr während es eigentlich rechts rum geht … wieder eine dieser Kurven die sich enger zuziehen als einem lieb ist um dann zu erkennen dass das Lenkrad in der nächsten Sekunde besser auf 3:00 Uhr gehört weil es so schnell links rum geht :lol: wie ich das liebe :thumb:


Das Gute in der mittlerweile völligen Dunkelheit ist, man weiß „jetzt kommt einer“ oder eben nicht und weit voraus schauend tauchen ab und zu die tanzenen Bremslichter des N/GT mit dem voll verschweißten Käfig auf, um mir die grobe Linie zu zeigen :lol:


Im Moment steht es 4 zu 0


MPSC gegen Bridgestone: verloren
3.8 gegen Serien 3.6 : verloren
1.120 kg mit gr.Bremsen gegen 1.250 kg mit nur 1 Brems-Achse nutzbar: verloren
Streckenkennnis gegen Suchmodus: verloren



Macht nichts, ich kann mit der Schande leben und versuche unterwegs das "Bäume fällen" zu vermeiden, wo die doch alle so gesund aussehen :D


Unterwegs mussten beide 64er den Servicetermin einhalten: Scheiben putzen da Nullsichtgefahr!


Das Foto der Stoßstange am nächsten Morgen zeigt auf, was auf der Scheibe los war:


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Fazit: Bridgestones quietschen, Michelin Cup nicht !


Hab dann grinsend mit Paul noch bis halb eins gequatscht und bin dann tot umgefallen.



Der nächste Morgen:
Um 06:30 Frühstück und dann voll tanken und nach dem Weg fragen: „Ausschilderung Interlaken finden Sie hinter Bern“ sagte die freundliche dunkelhaarige hinter dem Tresen. Ich bin glücklich verheiratet und bedanke mich freundlich bei der hübschen Schweizerin und freu mich auf Grimsel & Co., sofern denn „offen“.


Das Wetter ist bewölkt aber die Sonne ist da, irgendwo über dem dicken Dunst, ich fahre nach Interlaken und rolle am Brienzersee entlang und genieße die frühen Stunden:


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und befinde mich kurze Zeit später auf dem Grimsel, besorgniserregend fallen mir die Wasserstände nach dem Winter auf:


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noch schnell ein Foto vom BlackPearl vor einer dieser schroffen Felsformationen:


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und runter Richtung Rhone mit Blick auf das alte Hotel Belvedere und den Rhonegletscher am Furka:


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Am Belvedere fällt mir ein politisch korrekt geparktes Fremdfabrikat auf, das muss ein echter Könner gewesen sein, denn rückwärts einparken ist ne Kunst, sagen die Frauen: :D
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Auf der links sichtbaren langen Bergaufpassage passierte mir noch ein Missgeschick, beim Anbremsen vor einer Kurve (4.gang) ging mein ABS wegen NoGrip auf „hart“ und mein Blutdruck auf 200, es waren die rhytmischen Schwingungen auf dem Bremsstück des Asphalts, der nicht zum Cupfahrwerk passte, daher wäre die Option „abschaltbares ABS auf unbekanntem Terrain“ empfehlenswert. Es hat gereicht, aber die Pampers wären fast notwendig geworden …


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irgendwann im Jahr 2003 oder 4? hab ich Christa in den Eishöhlen des Rhonegletscher einen Heiratsantrag gestellt, mit positivem Erfolg wie Ihr alle wisst :D und ich wollte schauen ob es wieder einen neuen Stollen gab:


Auch hier wieder die Spuren des alten Gletschers der mittlerweile sehr zusammengeschmolzen ist:


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es gab ihn , den Stollen :)


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fleißig treiben 3 freundliche Besitzer von Kettensägen (einer war draußen, die Ketten schärfen) den Stollen tief in den Gletscher, ca. 15m (~150 bis 200 Jahre altes Eis) über einem und ca. 50m hinter einem:


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Dann raus an die warme Luft, zurück zum Auto und über den Susten :D heim zu Mami:
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Unterwegs mal mit dem aktuellen Maserati Grand Tourismo gespielt, sein Gewicht war im wohl ein Handicap, trotz dass dieser ziemlich unseriös, um nicht zu sagen aggressiv durch den Verkehr pflügte, konnte er im Sprint gegen den leichten 11er nicht mithalten, was ihn aber nicht daran hinderte mir mehrmals so ins Heck zu fahren dass ich sein Nummernschild nicht mehr lesen konnte …


Egal, 3x ausbeschleunigt und dann rechts rüber und mich dann wieder hinter ihn gehangen, einer muss ja die Arbeit auf der linken Spur machen.
Dass der Typ allerdings dann auch rechts überholte fand ich dann unfair :D
… und dachte: mit 5:0 kannste leben, es war trotzdem ein schöner Kurztrip !!!


Nachtrag: auch in den Bergen/Serpentinen passt das Setup, ich dokumentier mal in einem anderen Thread dass es doch mit 18ern geht :thumb:


LG und herzlichen Dank an Paul für das Fahrerlebnis hinter einem beherzt gefahrenen N/GT :drive:


LeBlanc


Nachtrag:
sorry für die Bilder, hatte nur mein Handy mit, Ihr wisst schon: Gewicht, Gewicht ! :D