991

Die Latte liegt hoch, sehr hoch. Als ich den ersten 997 sah wusste ich auf Anhieb, das kommt meiner Vorstellung eines perfekten Designs sehr nahe.


Der 991 ist weit davon entfernt. Die Scheinwerfer erinnern mich an Marty Feldmans Glubschaugen. Die Tagfahrlichter verleihen der Front ein Gesicht, das in mir ein Bild von Macky Messer mit eingeschlagenen Schneidezähnen entstehen lässt.


Das Heck wirkt auf mich billig, stillos, fast beliebig.


Einzig die Seitenansicht ist ein Fortschritt. Das Auto wirkt deutlich dynamischer.


Purismus – etwas was ich mit einem Sportwagen verbinde. Wobei man Purismus relativ sehen muss, der Innenraum eines G-Models wäre heute nicht mehr vermittelbar.


Aber das was einem auf den Bildern geboten wird hat mit einem Sportwagen nichts gemein, gar nichts. Der Anblick erinnert mich fatal an einen Audi. Die habe ich immer zugunsten eines BMWs gestrichen, weil ich mich damit gar nicht anfreunden konnte. Das ist definitiv nicht mein Stil, zu barock, zu überladen, von allem zu viel. Die hochgezogene Mittelkonsole ist zwar Mode, gefallen tut sie mir in keinster Weise. Und sie gefällt mit auch nicht deswegen, weil sie schon im GT ähnlich ausgesehen hat, das hat mir genauso wenig gefallen.


Fahrdynamik kann man auf Bildern nicht vermitteln, hier heisst es abzuwarten. Bisher wenig beachtet wird eine wirkliche Innovation, die Wankkontrolle. Ein grosses Fragezeichen ist die elektrische Servolenkung, das kann einen Fortschritt darstellen, muss es aber nicht.


Viele der Veränderungen werden durch gesetzliche Rahmenbedingungen definiert. Glubschaugen, längerer Radstand, Abrisskante, etc. Gefallen muss mir das nicht.


Die exzessiven Beschriftungen mögen ein Versuch sein an alte Traditionen anzuknüpfen, auch hier wurde zu viel des Guten getan.


Stil, Eleganz, Kraft – das muss ein Sportwagen vermitteln. Bis auf die Kraft vermittelt der 991 weniger davon, auf mich wirkt er billiger als ich das von einem Porsche erwarte.


Wenn man mich heute fragt ob das ein Nachfolger für meinen derzeitigen Porsche sein kann muss ich klar sagen – Nein! Meine stille Hoffnung ist immer noch, dass es weniger schlimm wird .


Am 13. September weiss man mehr.

Nil desperandum


Der Baum der Freiheit muß von Zeit zu Zeit mit dem Blut der Patrioten und der Tyrannen begossen werden. Dies ist der Freiheit natürlicher Dünger. (Thomas Jefferson)