Eine traurige Geschichte mit Happy End

Wo fang ich nur bei dieser Familiengeschichte an - am Besten am Anfang.


Wie jeder Mann träumte auch mein Vater von einem Sportwagen ergo einem Porsche. Als mein Vater 24 war erfüllte er sich nach langer und schwerer Arbeit(Maschinenschlosser) endlich den Traum und im Jahre 1979 wurde der Traum wahr und er kaufte sich einen 911 BJ66 mit Fuchsfelgen. Neben meiner Mutter seine zweite große Liebe. Neben viel selber schrauben und natürlich viel fahren sofern das Wetter schön war kam auch die Liebe meiner Eltern nicht zu kurz was als Resultat 1981 in meiner Geburt gipfelte.


Nach kurzer Überlegung war klar das der Porsche weg musste da Kind,neue Wohnung und Porsche nicht finanzierbar war(obwohl ich es heute verstanden hätte wenn wir in einem Zelt gelebt hätten mit Porsche als Windfänger :love: ). Der 911er war auch schnell an einen netten ebenfalls jüngeren Mann verkauft und man einigte sich auf eine Ratenzahlung auf 2 Jahre. Im ersten Jahr war alles prima ich wuchs und gedeih nur Ende des Jahres wurden die Ratenzahlungen unregelmäßig bis sie ganz ausfielen.


1 Jahr später und nach einigen Gerichtsterminen wurde klar das der nette neue Besitzer Job verloren hatte, Spielschulden hatte und überall sonst schwer in der Kreide stand. Kurz entschlossen nahm mein Vater den Porsche zurück unter Einbehaltung der bisher geleisteten Raten. Ein Freund holte das Auto ab welches in einer Garage ein Jahr gestanden hatte. In der Garage ein modrig feuchter Geruch welcher auf Schlimmeres hoffen lies.


Wagen wurde zu uns nach Hause transportiert und das Drama nahm seinen Lauf. Mit Transporter zu Bekannten die ne Werkstatt hatten, auf die Hebebühne rauf und mal kucken was der Zustand so sagt.


UND DAS WARS


Aus der Erzählung meiner Mutter:


Es gab ein ständiges Knistern und Knirschen während mein Vater wie versteinert stand und mit einem Knall brach das Auto in der Mitte auseinander. Gott sei Dank ist keinem was passiert. Vater lies die Zigarette noch einmal aufglühen,wischte Zornes und Trauertränen aus seinen Augen und setzte den Killerblick auf - leider oder Gott sei Dank büsste der Vorbesitzer seine Haftstrafe ab und wurde durch Beton und Eisen geschützt.


Fast 29 Jahre später:


Ich inzwischen Inbetriebnehmer und viel auf Dienstreisen bin seit 2009 stolzer Schnappi Besitzer und ich erwische immer wieder meinen Dad wie er einfach nur stumm neben meinem Porsche steht mit einem verträumten Blick. Er und ich wissen woran er denkt aber es bleibt unausgesprochen - Tote soll man Ruhen lassen(auch wenns nur ein Auto ist).


Das Happy End:


Durch meine vielen Diensteisen die leider auch im Sommer stattfinden muss mein Schnappi bewegt werden da es ja sonst nur herumsteht und da ist es klar das sich mein Dad darum kümmern muss(kann man wem zwingen mit einem Porsche zu fahren?).


Zum Schmunzeln:


Ich borgte mir vorigen Sommer mal seinen Toyota Corolla aus wegen Transport eines PC inkl. Monitor. Ich fahr genüsslich mittlere Spur mit 140 als ein schwarzer Porsche an mir vorbeidonnert - ein kurzer Blick aufs Kennzeichen und mir war klar wer der Fahrer war - Dad der sich schnell einen Urlaubstag nahm und mit Mutter nach Italien brauste.

Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr hin abfließen. Zitat Walter Röhrl
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Cayman 2,9L
18" Cayman S II
Klappenauspuff
Schaltwegverkürzung
Bose Soundsystem
Carrera-weiße Ziffernblätter