Ostern

Nein, Ostern hat nichts mit dem Osten zutun, es ist auch nicht das Gegenteil vom Western, sondern schlicht und ergreifend ein Fest, das uns seit der langen Zeit nach Weihnachten mal wieder religiösen Gedanken zuführt.


Jetzt will ich sicher nicht die Geschichte oder den Hintergrund des Osterfestes als Auferstehungsfest erklären, das wird uns allen geläufig sein. Aber es kommt zu einer Jahreszeit, wo wir vielleicht die meisten Gedanken daran verschwenden, wie unser Auto aktiviert, eventuell der Wunsch nach einem neuen Auto erfüllt, oder welches Programm zur Ausfahrt mit unserem Oldie erwartet werden kann.


Im Münsterland gibt es, natürlich unter vielen anderen, die MünsterClassics, eine von den großen Veranstaltungen.
Eine Repräsentier- und Flaniershow, mit ein wenig Such- und Findeausfahrt, für mich eher eine Verlierer-Veranstaltung, da ich dort nicht nur unter ‚ferner liefen‘ abgeschlossen, sondern auch meine Brille verloren habe. Ich hatte wohl schon zu früh den Durchblick verloren.


Mein Mitfahrer gab zwar sein Bestes, ich eigentlich auch, aber mein 356er war noch nicht gut drauf. Erst später sollte der Grund dafür gefunden werden. Irgendeiner muss ja schuldig sein.
Ok, das Wetter war gut, mehrere 356er waren beteiligt, meiner gefiel mir natürlich am Besten. Es war meine erste selbständige Ausfahrt, bislang hatte ich sie mangels Oldtimer nur als Beifahrer erleben können.


Auf einer dieser Ausfahrten vor einigen Jahren im Osnabrücker Land als Beifahrer war mir erstmals wieder bewusst ein 356er begegnet. Ein toll restauriertes A-Coupe, silbern, rote Sitze, eine Augenweide.
Es war der Beginn meines innigen Wunsches, so ein Auto besitzen zu wollen. Diese geniale Form, von vorne wie von hinten sehr ansprechend anzuschauen, führte mich gedanklich in meine Jugendzeit zurück, die geprägt war von dem Wunsch, dieses Auto einmal fahren zu können.


Erst rund 40 Jahre später wurde er dann Wirklichkeit.
Einige weitere Oldtimer-Veranstaltungen werden dieses Jahr mit Leben füllen, genügend Möglichkeiten gibt es. Quassel- und Benzin-Treffen, wo es nur darum geht, mit schönen Worten zu beschreiben, warum unser Auto das Beste von allen ist. Aber es gibt auch Bildungsfahrten, wo wir Oldtimer mit unserem Oldtimer die Oldtimer anderer Oldtimer begutachten. Welch ein Vergnügen.
Bei diesen Besuchen reift dann die Erkenntnis, dass der eigene Geldbeutel doch leider nicht ausreichen wird, die eigene Sammlung noch weiter zu ergänzen.


Nun gut, man soll nicht nach den Sternen greifen, ist das Gute doch so nah. Leider tritt nach einer gewissen Zeit ein Gewöhnungseffekt ein. Das eigene Auto wird zwar geliebt, gepflegt und mit Genuss gefahren, doch bald kommt der Wunsch nach mehr PS auf, oder die Lücke zwischen dem alten und dem neuen Besitz wird als schmerzlich empfunden. Ein 964er käme da sehr gelegen, doch kann nicht schon wieder Parkplatznot die Folge sein.


Lassen wir den Auferstehungstag, den wir Ostern nennen, nicht auch zu einem Auferstehungstag eines neuen Gedankens werden, der denn sagt, du musst, du brauchst, du solltest einen neuen Porsche kaufen. Ich denke da an die Aussage eines Sammlers, der meinte, du wirst NIE zufrieden sein, immer wird es etwas geben, das du besitzen musst. Sei zufrieden und erfreue dich an dem was du hast und nicht an dem, was du haben könntest.


So wollen wir noch in diesem Jahr Ostern feiern als Auferstehungsfest Jesus Christus, was im nächsten Jahr passiert, weiß vielleicht nur der Letztgenannte.


Text und Bilder: W.L.

.....997/2 Turbo S Cabrio


Gruß
Wolfgang



Ich weise darauf hin, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen meine Weisheiten selbst gewusst habe.

Eventuelle Ähnlichkeiten mit anderen Weisheiten sind wissentlich unbewusst.