Start in die Woche

Mein Wecker reisst mich brutal aus dem Schlaf. Ich wanke, noch im Halbschlaf, unter die Dusche. Meine Laune ist auf einem Tiefpunkt, kein guter Start in die Woche. Was freue ich mich auf die erste Tasse Kaffee. Ich gebe es zu, ich bin koffeinsüchtig.
Ich öffne die Haustür, die schlechte Laune ist wie weggeblasen.
Da steht es, das schwarze Biest. Die Nacht musste es ausnahmsweise im Freien verbringen. Dafür scheint die aufgehende Sonne auf den schwarzen, glänzenden Lack. Ich öffne die Tür, setzte mich hinter das Lenkrad, es riecht nach Leder. Kupplung getreten und Zündschlüssel gedreht - mit einem tiefen sonoren Knurren startet der Motor. Jetzt geht auch für mich die Sonne auf.
Ich weiss jetzt was Walter Röhr mit dem Spruch - Ein Auto ist erst dann schnell genug, wenn man morgens davor steht und Angst hat es aufzuschließen – sagen wollte. So ging es mir die erste Zeit.
Ich fahre los, zum Knurren des Motors kommt jetzt der heissere Klang des Auspuffs. Meine Laune wird zusehends besser. Vergessen ist der suboptimale Beginn des Tages. Es ist wie immer am Montag Morgen viel Verkehr auf der Autobahn. Nervige Fahrer von Kleinwagen die beweisen wollen wie schnell ihre Kisten sind, rechthaberische Fahrer von Spiesserlimousinen, sie können mir meine gute Laune nicht verderben. Das Öl ist warm, ich drücke den Sport Chrono Schalter. Die Charakteristik verändert sich unversehens, der Motor hängt besser am Gas, der Kontakt zur Strasse wird unmittelbarer. Ich rolle im Strom dahin. In Gedanken bin ich schon auf der Rückfahrt. Es wird wie immer spät werden, dafür ist dann die Autobahn leerer. Ich werde am Ende der Baustelle die Anderen davon ziehen lassen. Dann werde ich in den dritten Gang zurück schalten und das Biest wird erwachen - 500 PS treiben es mit unglaublicher Kraft voran, das sonore Knurren wird zum heisseren Gebrüll, der Vorderwagen wird leicht. Aber allzu schnell ist es vorbei, das Heck des Vordermanns zu nahe.
Am Wochenende werden die Sommerreifen aufgezogen, die Rennstrecke ruft.

Nil desperandum


Der Baum der Freiheit muß von Zeit zu Zeit mit dem Blut der Patrioten und der Tyrannen begossen werden. Dies ist der Freiheit natürlicher Dünger. (Thomas Jefferson)

Porsche: (noch) kein Porsche