Das PFF

Meine Frau ist logischerweise häufig sehr direkt im Umgang mit mir.
Öfter höre ich, nun guck doch nicht immer so böse aus der Wäsche. Ja, soll ich denn immer nur grinsend durch die Gegend latschen?


Zugegeben, es fällt mir manchmal schwer, meine Gesichtsmuskeln so zu verziehen, dass es freundlich aussieht.
Doch nicht immer ist Missstimmung der Grund der Kritik, sondern eben größtenteils Ausdruck einer von mir unbewusst nicht zu beeinflussenden persönlichen Eigenart.


Klar, ich kann meinen Gesichtsausdruck steuern, ich kann mich so darstellen, wie ich mich vielleicht momentan gar nicht fühle.
Das wäre unehrlich, ist aber manchmal ratsam, denn schließlich will man nicht immer Spielverderber sein.
Ich kann mich auch dauerhaft verstellen, zu allem Ja und Amen sagen, so dass mein Gegenüber glaubt, er wäre der Mittelpunkt der Welt, zumindest einen kurzen Moment.


Im Berufsleben geht es oft nicht anders, ein Muffelkopp wird seinem Gegenüber keine Freude bereiten und schon ist der Auftrag dahin. Gleiche ich mein Äußeres dem starren Grinsen der Mona Lisa an, wobei meine Vollgesichtsbehaarung, auch Vollbart genannt, dem etwas hinderlich wäre, so wird ein jeder mich vielleicht in den Bereich der rosa Fraktion einordnen wollen.


Nein, der oder das bin ich nicht und wenn ich das schon mal erkannt habe, kann alles nur besser werden.
Wie wäre es denn, wenn ich mich einfach so gebe, wie ich bin, mal lieb und nett, mal launisch und ein wenig böse, mal gelangweilt und phlegmatisch, eben von allem etwas, so wie der Eintopf, den ich besonders liebe, oder das Leipziger Allerlei.


Jetzt sind die verschiedenen Facetten eines Eintopfes gegenüber denen eines Menschen immer noch überschaubar, Gott sei Dank.
Das heißt dann aber, man sollte sich schon auf die eigene Vielfalt einlassen. Und wenn das Gegenüber positiv überrascht werden kann dadurch, dass sich unerwartete Reaktionen zeigen, dann hat man als Mensch seinen Auftrag erfüllt.


Jetzt gibt es Möglichkeiten der Kommunikation, die einen Gesichtsausdruck nicht brauchen, nicht einmal die verbale Variante ist im Spiel.
Das Ganze beschränkt sich auf die lapidare Aneinanderreihung mehr oder weniger wohlgeformter Sätze.


Richtig, wir sind im Forum, nicht im Forum Romanum, sondern im Forum der Eitelkeiten und Empfindlichkeiten, dem Forum der Besserwisser oder Belehrenden, dem Forum der Verzweifelten und Suchenden, dem Forum der Wichtigtuer und Arroganten, aber und das ist der wichtigste Teil der Truppe, dem Forum der Freundlichen und Netten, der Liberalen und Demokraten, der Diplomaten und Freunde, dem PFF eben.


Allen gemein ist eines, die Liebe zu einem Auto, dem Porsche. Grund genug, sich auf diese Tatsache zu besinnen, freundlich aufzutreten, andere Meinungen zu akzeptieren, sich selbst als einen Teil vom Ganzen zu sehen, seine persönlichen Entscheidungen bezüglich des Besitzes eines bestimmten Porsche anderen nicht ständig aufzudrängen, konstruktive Kritik zu üben, auch einmal verzeihen können und nicht immer glauben, dass die eigene Sichtweise immer die richtige ist.

So vielfältig wie die Mitglieder dieses Forums sich darstellen, sind auch ihre Meinungen.
Toleranz, Akzeptanz und positives Denken machen das Forum zum Ort des freundschaftlichen Miteinanders und es muss erlaubt sein zu sagen, dass es vor allem dem Team zu verdanken ist, dass so manche Auseinandersetzung nicht in einer persönlichen Fehde geendet hat.


Wenn es allen Freude machen soll, das Thema Porsche in all ihren Facetten zu beleuchten, dann ist das nur möglich, wenn die eigene Persönlichkeit, wie sagte ich es anfangs, dem Leipziger Allerlei gleicht, von allem etwas und das in schmackhafter Form.


Bild 1 und Text : W.L.
Bild 2 : Bildzeitung

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Gruß
Wolfgang



Ich weise darauf hin, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen meine Weisheiten selbst gewusst habe.

Eventuelle Ähnlichkeiten mit anderen Weisheiten sind wissentlich unbewusst.