Frühlingsgefühle

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land….


Mörikes Gedicht in Gottes Ohr, es ist ja auch noch nicht ganz so weit.
Süße, wohlbekannte Düfte?
Da hat er doch wohl nicht die durch den Katalysator gepressten Abgase der ersten Porsche gemeint, die zusehends öfter die Straße bevölkern.


Wer sein Auto eingemottet hat, vielleicht ein Saison-Kennzeichen das Auto ziert, für den hat ab dem 1. März oder April Frühling zu sein. Wo kämen wir da hin, wenn von höherer Seite diese Termine nicht eingehalten werden. Schließlich bleiben auch nur 7 Monate oder weniger Zeit, das Jahr 2011 ganz dem geliebten Freund zu widmen.


Im Porscheforum häufen sich die Problemfälle und die Ungeduld: Das Geheimnis einer Hupe, Er springt einfach nicht mehr an - Bremsen festgerostet - Wenn’s denn schon Mai wäre - Lust auf Autobahn – Saisonstart - Der Frühling kommt mit Macht usw.
Und wir sind es nicht alleine, die Vögel zwitschern jeden Tag lauter, die Sonne steht jeden Tag höher, die Tage werden jeden Tag länger, die Zahl der Vogelschwärme, die über unser Haus hinweg ziehen, nehmen aber schon wieder ab.


Wir Männer denken jetzt schon einmal mehr an die Erhaltung der menschlichen Spezies, wo hingegen die Frauen eher auf die Sauberkeit des Nestes fixiert sind. Gut, es passt ja alles zusammen, jeder hat seine Aufgabe, der Frühling kann kommen.
Aber da fehlt doch was? Ja, unser Auto. Gleichgültig, welches Modell es ist, schön, wenn es ein Cabrio sein durfte, aber klar ist, ein Porsche sollte, nein, muss es sein. Er braucht die Frühlingsdüfte ebenso wie wir.


Gut, es gibt viele andere vierbeinige Kraftpakete, die das neue Jahr einläuten wollen, doch keines ist so geschaffen für eine Ausfahrt im Sonnenschein nach einer so langen Zwangspause, wie der Porsche.
Klar, jetzt steht die Frage im Raum, wieso das denn? Ist der Porsche etwas besonderes, besteht er nicht ebenso wie jedes andere Auto auch aus einer systematisch angeordneten Zahl von verschiedenen Blechen, Kunststoffen und Naturalien? Ja sicher ist das so, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied.


Man(n) (Frau jetzt auch bitte einmal) stelle sich vor, sämtliche Stoffe dieses Autos von rund 1500 kg Gesamtgewicht würden ganz einfach nach Material getrennt schön säuberlich auf jeweils einem mehr oder weniger großen Haufen liegen. Es leuchtet jedem ein, dass der Haufen EISEN ein besonders großer ist, danach käme sicher sofort der Kunststoff, der in einem Behälter gefüllt mit Erdöl dargestellt wird. Weiterhin folgen verschiedene aber kleine Edelmetallhäufchen, Glas, verschiedene Flüssigkeiten und irgendwelche Sonderstoffe.


Nehmen wir an, die Firmen BMW, Mercedes, Audi, Ford und Opel und natürlich Porsche sollen aus diesen insgesamt 1500 kg Material ein Auto zusammen basteln.
Jeder hat die nötigen Maschinen etc., etwas Brauchbares auf die Beine zu stellen.


Das Ergebnis kennt jeder. Kein Auto wird dem anderen gleichen, obwohl für alle eine genau gleiche Ausgangsbasis bestand.
Ja UND, könnte man jetzt fragen? Aber das ist genau der Punkt. Jeder Hersteller hat sein eigenes Rezept, aus dem Ausgangsmaterial etwas Individuelles zu bauen.


Doch genau hier drin steckt die Wahrheit. Ein Opel lässt uns Porschefahrer eher kalt, ein Ford nicht viel anders, ein Mercedes, ja, da gibt es schon mal positive Gedanken, ein Audi, jeder weiß, die können es auch und BMW, ja, die haben immer schon sportliche Autos gebaut.
Aber der Porsche? Den möchte jeder von uns sofort mitnehmen, er besticht durch seine Form, seinen Klang, seine extreme Sportlichkeit und etwas Undefinierbares.


Es muss so etwas geben, das jedem Auto zu Eigen ist und das es sich über die letzten Jahrzehnte erarbeitet hat. Jetzt sind wir wieder bei dem, was manche als Spinnerei abtun, was aber ganz eindeutig oft kaufentscheidend ist.


Der Name PORSCHE hat einen ganz eigenen Klang, dem man sich nur in vielen kleinen Stichwörtern nähern kann. Historie, Boxermotor, 917, 356, 911, 9xx, Rennerfolge, Mythos, Nürburgring, Gmünd und Stuttgart.


Und jetzt sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Gedanken. Ein Porsche vermittelt uns das Gefühl, auf der Rennstrecke zu sein, in einem dafür gebauten Auto zu sitzen und dabei verfolgt uns ständig die gesamte Geschichte dieses Wagens. Das alles gelingt natürlich am besten nach dieser unangenehmen Winter-Zwangspause im Frühling.


Jetzt sollten wir nur noch aufpassen, dass der Gedanke an die Rennstrecke auch wirklich dort bleibt wo er hingehört und eher auf die noch jungen Zeichen des Frühlings achten, sonst könnte die erste Ausfahrt mit einigen Punkten in Flensburg enden.
…..
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!


Bild 1 / 2 und Text: W.L.
Bild 3 :Unbekannt

.....997/2 Turbo S Cabrio


Gruß
Wolfgang



Ich weise darauf hin, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen meine Weisheiten selbst gewusst habe.

Eventuelle Ähnlichkeiten mit anderen Weisheiten sind wissentlich unbewusst.