Die Zeit

Warum fasziniert uns eine Uhr? Ist es die Zeit, oder nur die Uhr?
Wir mögen sie, die Zeit, aber die Zeit uns? Vielleicht nicht! Wir sind ihr gleichgültig.
Die Zeit ist uns vergänglich, wir verlieren sie schon mal, wir vergeuden sie, wir laufen ihr hinterher, wir lernen sie aber auch schätzen.
Die Uhr hilft uns, sie einzuteilen, den richtigen Moment zu treffen, ein Date zu organisieren, uns ihr anzupassen.
Wir lernen von klein auf, sie zu beachten, uns ihr zu unterwerfen, was bleibt uns auch anderes übrig?


Sie läuft unaufhaltsam weiter, wir entdecken schnell, dass sie uns nicht braucht, wir sie schon.
Sie zeigt uns, wer das sagen hat, sie geht voran, ohne dass wir sie erreichen. Sie bindet uns in der Gegenwart, da die Vergangenheit und die Zukunft für uns nur in den Gedanken existieren.


Wir können sie erfassen, messen, regeln, deuten, wie auch immer. Sie spielt ihr eigenes Spiel, unaufhaltsam, unbeirrbar, ungestört.
Wir glauben, sie zu besitzen, wir möchten sie gewinnen und stellen fest, dass ihr Spiel mit uns beliebig ist. Schon morgen kann der glücklichste oder auch der traurigste Tag für uns sein.
Manchmal möchten wir sie zurückholen, die Zeit, die uns beeindruckt hat. Manchmal verdammen wir den Moment, der uns den Schmerz gebracht hat.


Die Uhr erinnert uns an diese Momente, die Zeiger der Uhr sagen, was zu tun ist, oder woran wir erinnert werden wollen.
Ihre Bewegung ist stetig, das Lesen im gleichen Moment Vergangenheit.
Eine Uhr zu tragen, lässt uns gelassen sein. Wir tragen die Zeit mit uns, was soll schon passieren?
Die Uhr wird Stolz, Neid, Gleichgültigkeit provozieren. Sie ist so verschieden wie ihr Besitzer, ein Abbild vielleicht, groß, klein, bunt, schlicht, ein Name darauf sagt alles.


Sie ist digital- oder ferngesteuert und doch weit abseits der wirklichen Zeit. Sie ist mechanische Präzision, faszinierend.
Sie ist sie selbst, ein Mitläufer, so wie wir der Zeit hinterher laufen. Vergessen wir sie, bleibt sie regungslos, vergisst die Zeit, lässt uns in Stich.
Wir müssen sie pflegen, umsorgen, unsere Uhr, sie braucht uns. Sonst ist sie zeitlos. Unsere Uhr, sie wird beachtet, geschätzt, geliebt.
Eine Uhr muss glücklich sein!!


Die Zeit ist unendlich, sie hat keinen Anfang und kein Ende. Ohne sie herrscht Leere und das Nichts. Sie ist Bewegung, Entwicklung, Veränderung, aber auch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich, denn der Standpunkt des Individuums erzeugt das Urteil darüber.
Der Moment der Entstehung des Lebens führt die Zeit scheinbar weiter. Ist für uns erneuter Beweis für ihre Existenz.
Ein Stein hat auch nach Millionen von Jahren nichts von seiner Faszination eingebüsst, er ist scheinbar zeitlos schön. Doch alles das, was sich der Zeit unterwerfen muss, verändert sich.


Wir sagen, wir leben in einer schönen Zeit. Seien wir glücklich, jetzt zu leben. Wir müssen unsere Zeit genießen, niemals wird sie uns eine zweite Chance geben. Unsere Zeit wird nur auf unserer Seite stehen, wenn wir sie so nehmen wie sie ist und nicht gegen sie arbeiten.
Das Schöne in unseren Gedanken wird zur Wahrheit, wenn wir mit ihr gehen.


Die Zeit erzeugt Krieg oder Frieden, Trauer und Freude, Ohnmacht und Macht, Liebe und Hass.
Vertrauen wir den Menschen und Dingen, mit denen wir das Schöne im Leben verbinden.
Die Zeit ist sehr großzügig, nehmen wir sie, um das Schöne im Leben auch zu erkennen.


Bild und Text: W.L.

.....997/2 Turbo S Cabrio


Gruß
Wolfgang




Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann.
Mark Twain

Porsche: (noch) kein Porsche