Ein Besuch bei Capristo in Sundern

In einer Leistungsgesellschaft muss sich ein mobiler Weggefährte auch damit abfinden, einmal auf Herz und Nieren überprüft zu werden.
Bekommt er im PZ in regelmäßigen Abständen seine Portion frisches Öl oder auch die Durchsicht und Pflege seiner umfangreichen Schmiernippel, so wird der Besitzer irgendwann vielleicht auf die Idee kommen, ob denn sein Futter, in diesem Fall Aral 102 Oktan, auch effektiv in Bewegungsenergie umgesetzt wird.


Auf der Autobahn oder manchmal auch an der Ampel, hat er bereits gezeigt, dass er noch nicht von Knochenschwund und Arthrose geplagt wird.
Doch eine genaue Kenntnis seines technischen Zustandes lässt sich in der Summe aller Aggregate nur auf einem Leistungsprüfstand bestimmen.
Die Idee reifte, einen Leistungsprüfstand zu konsultieren, der keine Fragen offen ließ und in Form eines Kurvenverlaufes darüber Auskunft gab, zu welcher Leistung der Motor bei jeder Drehzahl in der Lage war.


So eine Anlage kannte ich von Antonio Capristo aus Sundern. Ein gebürtiger Italiener, der sich seit vielen Jahren mit seinen Abgasanlagen aus Edelstahl einen sehr guten Namen gemacht hat.
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Eine weitere große Zahl von Accessoires rund um’s Auto, die er zum größten Teil in seinem neuen Produktionsgebäude komplett selbst herstellt, ergänzen die enorme Nachfrage nach optischem und technischem Edeltuning.
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Ein kurzes Telefongespräch mit Antonio Capristo reichte und ich hatte einen Termin zur Leistungsbestimmung meines 997 Turbo S.
Pünktlich und bei schönstem Sonnenschein fuhr ich am Dienstagvormittag bei Capristo vor.
Ein paar Arbeiten am Auto waren nötig, um das Fahrzeug stabil, sicher und ohne Schaden zu nehmen, für die Anlage vorzubereiten.
Ein Mitarbeiter von Capristo hatte sich meines Autos angenommen.
Pünktlich um 11 Uhr war es dann soweit.
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Das Auto stand festgezurrt auf der Anlage, lief derweil noch ein wenig im Standgas warm und wartete auf seinen Einsatz.
Riesige, auf die Front und die Seiten des Autos gerichtete Gebläse sorgten für die nötige Kühlung bei der Messung.
Die Daten des Autos waren inzwischen vom Mitarbeiter eingegeben worden, 997 Turbo S, 4-Rad-Antrieb, Name, Kennzeichen, etc.
Mittels eines großen Monitors und einer Fernbedienung, ließ sich der angeschlossene Computer steuern.
Capristo setzte das Auto langsam in Bewegung, besser gesagt, die Räder.
Nach nur rund 5 Minuten, einem ohrenbetäubenden Lärm, erschien auf dem Monitor eine Leistungsangabe - 587 PS -.
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Capristo fragte sofort nach, Serienzustand ? Mit wieviel PS ist er angegeben ?
530 PS, konnte ich nur erwidern.
Das ergibt ein Plus von rund 11%. Eine ziemlich außergewöhnliche Mehrleistung.
Ein wenig relativiert sich der Wert noch, meinte Capristo.
Die auf dem Computer festgehaltene Grafik nach der EEC/EWG – Norm zeigte dann auch 580 PS bei 6880 U/min und 787 Nm bei schon 3067 U/min an.
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So festgehalten ließ sich dann eine Mehrleistung von 9,4 % für die Motorleistung und ein Mehr an Drehmoment von 12,4 % ermitteln.
Ich vermute, dass Porsche mir vor drei Jahren einen besonders gut gehenden Motor geliefert hatte, weil sie für eine Übernahme der Kosten nach dem Motorcrash nicht zur Verfügung stehen wollten.
Mir sollte es recht sein, hatte ich doch mit meiner Performance-Box schon häufig gute Mess- bzw. Beschleunigungswerte festgestellt. Ich war entsprechend dieser Werte von etwa 550 PS ausgegangen, jetzt aber doch ein wenig verwundert, dass es noch weitere 30 PS waren, die zur Verfügung standen.


Nach einigen Minuten war auch das Auto wieder von Gurten und Gebläsen befreit.


Capristo bot mir an, mir einmal seine neue Produktionsstätte zu zeigen.
Auf dem Gelände gegenüber seiner ersten Produktionsstätte hatte Capristo ein großes, 2-stöckiges Gebäude errichten lassen, von dem er schon nach ein paar Monaten der Produktion sagen konnte, dass es schon jetzt wieder anfing, Platzprobleme zu geben.
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Das Gebäude beinhaltete den Werkzeugbau, z.B. die Dreh- u. Fräsanlagen zur Herstellung der Formteile für die Abgasanlagen, die 3D Laserschneideabteilung, die Maschinen zur Herstellung von Carbonteilen, die Finischabteilung Sawir und die Lackierabteilung.
Im Obergeschoss befanden sich weiterhin ein noch nicht belegter Showroom.
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Ein beeindruckendes Haus, technisch auf dem neuesten Stand, sehr sauber, hell und freundlich.
Capristo stellt in seinen Hallen sehr hochwertige, aus Edelstahl bestehende und fernsteuerbare Abgasanlagen für Automarken wie Audi, Porsche, Ferrari und viele mehr her. Ebenso Carbonteile für Innen und Außen. Capristo ist inzwischen auch offizieller Entwicklungspartner von Lamborghini.
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Ein Besuch lohnt sich immer. Gerne zeigt Capristo auch seine Produktionsanlagen.
Auch die Leistungsmessung auf dem Prüfstand kann jederzeit in Anspruch genommen werden und wird sehr sicher und verlässlich durchgeführt.
Inzwischen waren zwei Stunden vergangen. Ich bedankte mich bei Antonio Capristo für seine interessante Führung durch das Haus und trat den Weg nach Hause an.


Ein interessanter, informativer und aufschlussreicher Besuch bei :
Capristo Automotive GmbH
Kalmecke 5
59846 Sundern

.....997/2 Turbo S Cabrio


Gruß
Wolfgang



Ich weise darauf hin, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen meine Weisheiten selbst gewusst habe.

Eventuelle Ähnlichkeiten mit anderen Weisheiten sind wissentlich unbewusst.




Comments 2

  • Toller Bericht, Wolfgang! Das Sauerland und seine hidden champions eben. Hier ist die Welt noch in Ordnung :D Beim nächsten Mal pn und ich zeige Dir, wo der Bremsenprüfstand in Form einer schönen Strecke zu finden ist ;) lg

  • Hallo, wenn ich die Produktionsräume sehe... das ist ja mega sauber wie im Krankenhaus !