Sportwagen

Sportwagen - was ist das eigentlich:


Sportwagen, schon der Begriff löst Emotionen aus, unterschiedlichster Art. Was aber ist den ein Sportwagen überhaupt?


Ein Wagen, ein Auto, das die Strecke A nach nach B so schnell wie möglich zurücklegt, auch wenn A = B, es sich demnach um einen Rundkurs handelt. Mag sein, was aber, wenn die Strecke A nach B autobahnverbunden und praktisch kurvenlos zwischen zwei Metropolen in Mitteleuropa liegt? Ist dann der Wagen, der diese Aufgabe am schnellsten bewerkstelligt auch ein Sportwagen?


Sportwagen, das klingt nach schreienden Motoren, nach dem Geruch von Benzin und verbranntem Reifengummi. Das Auge im Bauch sieht etwas flaches, breites und wie genetisch dispositioniert sportliches. Offen oder als Coupé, aber keine Diesellimousiene, erst recht kein SUV.


So schnell wie möglich von A nach B, ganz ehrlich, sowohl die Bahn als auch verschiedene Fluggesellschaften können das erheblich besser.


Die Faszination eines Sportwagens muss demnach woanders liegen.


1000 Meilen, Mille Miglia, von Brescia nach Rom und wieder zurück. Schnell müssen die Autos sein, zuverlässig dazu. Pure Fahrmaschinen, möglichst viel Leistung und wenig Gewicht. Targa Florio oder Carrera Panamericana, immer wieder das gleiche Grundverlangen. Und auch auf kurzen Rundstrecken gelten die gleichen Bedingungen.
Brescia - Rom - Brescia, neben dem Duft der Landschaft der Hauch von Benzin und Öl. Kleine Bergdörfer, die liebliche Landschaft der Toskana und die Weite in der Felder in Lazio. Und doch gilt es bei der wechselnden Schönheit der Landschaften, schnell sein, gewinnen.
Der Sportwagen ist kompromisslos dafür gebaut. Sein Fahrwerk, die Leistung des Motors.


Wer gestern noch siegfähig war, wird heute von der nächsten Generation verdrängt. Noch leistungsstärker, noch elaborierter in technischen Details.
Verblassen damit die Sportwagen im Vergleich zur nächsten Generation? Ein klares Nein.


Selbst wenn ein 550 Spyder heute gegen einen Macan, Cayenne oder A4 das Nachsehen hätte, ja selbst gegen ein Golf, so werden besagte Alltagsfahrzeuge dadurch nicht zu Sportwagen.
Ein Sportwagen besteht neben seiner Leistungsfähigkeit eben auch aus Emotionen:
Purismus, die Konzentration auf das wirklich wichtige, das Fahren als Erlebnis und Genuss. Eben nicht perfekt und angepasst an alle Kompromisse. Das Gefühl, als Fahrer aktiv zu sein und mit dem Auto in Symbiose zu agieren. Aktiv, ohne ständig von elektronischen Assistenten und Soundsystemen vom Wesentlichen abgelenkt zu werden, dem Fahren.


Ein Sportwagen ist Lebenslust, ist Freude am Puristischen, daran, eins zu sein mit Landschaft und Asphalt.


Wenn sich Gummi des Reifens mit dem Straßenbelag verzahnt, die Leistung des Motors voranschiebt und die Kurvengeschwindigkeit schier unmöglich wirkt. Wenn Bremsen das Auto scheinbar ankern um dann doch wieder loszulassen, auf das die Reifen sich auch quer in den Asphalt beissen.


Das ist Sportwagen.


Ob der Auspuff nun mit Klappen künstlich laut gemacht wird oder nicht, darüber lacht ein Sportwagen, solange es auf seine Leistung keinen Einfluss hat.
Auch PASM bringt in zum Kreuseln, er wünscht sich eine Gewindefahrwerk mit Zug- Druckstufeneinstellung, dies bringt in zu wirklich spezifisch adaptiertem Verhalten, wenn es bedarfsorientiert eingestellt wird. Damit wird er seinen Fahrer durch spezifisch optimierte Arbeitsweise erfreuen. Zwei Stufen, das reicht dem Sportwagen nicht.


Auch hoch aufbauende Mittelkonsolen mag der echte Sportwagen nicht. Als Sportsmann weiß er, in ruhigen Augenblicken möchte der Fahrer doch mal Kontakt mit der Beifahrerin. Daher hat der echte Sportwagen klassisch tiefe, flache Mittelkonsolen.
Der Sportwagen ist halt kompromisslos und braucht wenig Luxus. Leider ist das den Fahrern die sich gerne mit einem Sportwagen schmücken immer weniger bewusst.
Auch weiß der Fahrer eines Sportwagens, dass es immer Fahrzeuge mit noch mehr Leistung gibt. Das ist ihm aber egal, in keinem anderen Fahrzeug duftet die Toskana lieblicher und macht mehr Spaß


LG


der Tierfreund

... trag' kein Krokodil zum Wasser.

Porsche: (noch) kein Porsche