Der Klang in meinen Ohren

Der Klang in meinen Ohren


Ich liebe Musik. Sei es Lounge oder auch klassische Musik, sie kann mich bis in die Tiefen der Seele berühren. So sind es doch nur Schwingungen der Luft, die an das Ohr dringen. Hochkompliziert durchaus, aber nichts weiter als das.


Wieso berühren sie uns? Und warum reagiert nicht jeder Mensch gleich? Der Eine mag sie nur als lästiges Geräusch empfinden, wohingegen der Andere Wohlempfinden verspürt.


Als kleiner Junge führte mich zu Weihnachten der Weg oft in den Osnabrücker Dom zum Hochamt. Der Klang der Orgel hatte mich schon damals mächtig fasziniert. Frequenzen aus dem ganzen Spektrum des menschlichen Hörbereiches, vom tiefsten Bass, der den ganzen Körper vibrieren ließ, bis zu kaum noch hörbaren höchsten Frequenzen, konnte diese Orgel produzieren.
Heute kann sogar eine gute Surroundanlage ähnliche Leistungen vollbringen.


Wie lässt es sich erklären, dass der Mensch schon zu Urzeiten versucht hat, sich mit Geräuschen zu animieren?
Rhythmisches Trommelschlagen, monotone Gesänge, verbunden mit ekstatischen Tanzbewegungen hatten hypnotische Wirkungen.
Ok, auch das Hören der Musik verbunden mit dem Tanzen, kann bei mir auch heute noch intensive Reaktionen auslösen.
Auch in dieser Hinsicht steckt in uns offensichtlich noch ein gerüttelt Maß an urzeitlichen Verhaltensweisen.


Vielleicht sind sie dazu bestimmt gewesen, uns auf einen Fight mit dem Neandertaler vom Nachbartal einzustimmen?
Oder sollten diese Tänze nur dem weiblichen Geschlecht gefallen, oder auch nur dem Vergnügen dienen?


Jetzt werden wir nicht gleich in Ekstase verfallen, wenn uns ein luftgekühlter 6 -Zylinder – Porsche auf der Straße begegnet und uns gerade mit den Frequenzen bombardiert, die in uns Entzücken auslösen. Auch ein Mercedes C63 AMG vermag in uns Gleiches zu erreichen.


Aber kann die Liebe zu unserem Porsche einen Grund darin finden, dass gerade der Klang des Motors mehr oder weniger intensiv (ein Turbo produziert eine andere, aber nicht weniger hörenswerte Soundkulisse) Suchtpotential besitzt ?


Zusammen mit der rasanten Beschleunigung, der außergewöhnlichen Straßenlage und dem Fahrverhalten überhaupt, potenziert der Klang des Boxermotors das Porsche-Haben-Wollen-Gefühl erheblich.


Gut, nicht alleine das die Sinne vereinnahmende Gefühl führt uns geradewegs ins PZ, um einen Kaufvertrag zu unterschreiben. Schließlich muss auch die Kasse stimmen und gerade ein Porsche gehörte immer schon zu den hochpreisigen Angeboten im Sportwagensegment.


So bleibt vielen Porschefans dann nichts weiter übrig, als das Objekt der Begierde aus der Entfernung zu genießen.
Glücklich darf derjenige sein, der mit dem Schlüssel in der linken Hand den ach so begehrlichen Sound eines Porsche zum Leben erwecken kann.


Bild und Text: WL

Comments 7

  • Solange man keinen Porsche gefahren hat, kann man gar nicht erahnen, dass es so etwas wie ein Sound-Suchtverhalten geben kann. Vor dem Kauf meines 981er Boxster im letzten Jahr war das Thema Akustik gar nicht unter den Entscheidungskritärien. Umso mehr war ich dann bei der ersten Probefahrt vom 2,7 Liter Boxster-Sound begeistert. Jetzt genieße ich diesen Sound bei jeder Ausfahrt. In Zusammenklang mit Musik aus der Bose-Anlage wird der Porsche für mich dann zum Himmel auf Erden ...

  • Der "Sound" gehört zur emotionalen Wertschätzung von Motorfahrzeugen für mich auf jeden Fall mit dazu,ganz besonders wenn es um Motorräder geht sei es das Kreischen eines Reihenvierers oberhalb von 10000 Touren,dem "Bollern" eines L-2 oder der unvergleichliche Mix aus rasselnder Trockenkupplung und 3 Zylinder Reihenmotor einer Benelli die schon bei Standgas böse vor sich hinröchelt . Auch ein amerikanischer V8 in einem Ponycar kann für schiere Begeisterung sorgen,die Italienischen Soundkünstler von Alfa V 6 über Ferrari V8 bis zu den V 12 sind sowieso nicht nur Fahrzeuge sondern Musikinstrumente....
    Auch wenn der technische Fortschritt auf neue Wege und in andere Richtungen führen wird,soundtechnisch bleibt der Hubkolben Verbrennungsmotor beispiellos....

  • ..noch 40 Tage und der Rest von heute. Dann beginnt die Saison (hoffentlich ohne Schnee und Eis).
    Und weil ich den Sound des 911er´s so liebe, habe ich ihn mir als Klingelton auf mein Smartphone aufgenommen :-)

  • Nett! Danke!

  • Ich habe es mit der Lautstärke der Autos soweit gebracht, das ich mein Leben lang mit Tinnitus leben darf. War das ein Fehler? Das sowieso, aber es ging immer um das, was mit dem Sound daher geht - Das Gefühl extrem schnelle Autos zu fahren, die nur zu etwa 30% ihrer Energie verwenden und den Rest in Thermik und Akkustik umwandeln. Warum zahl ich abertausende um den perfekten Krümmer zu bauen, für die Leistung und das was dadurch entsteht.....


    "Form follows function"

  • Ich muss ja gestehen, dass bei mir deutlich weniger als die automobile Götterdämmerung (Motor-Exitus) gereicht hat, um bzgl. der Begeisterung für Auto, Marke und Hersteller das Requiem anzustimmen. Aber ist ja erfreulich (vor allem für die Margenkönige aus Zuffenhausen), dass die Mehrheit der Kundschaft nachsichtig ist. Ist doch die Hauptsache, dass man Spaß hat

  • sehr schoenn und treffend geschrieben Remco, besucher.