Mit dem 955 Turbo nach Kroatien - Impressionen eines Reisenden

Mit dem 955 Turbo nach Kroatien - Impressionen eines Reisenden


04:00h, 13°C Aussentemperatur, die ersten Anzeichen der Dämmerung machen sich im Osten bemerkbar. Ein letzter Blick aufs Triebwerk des Dicken: Wasser- und Ölstand geckeckt. Wischwasser OK. Motorhaube zu. Der Dicke steht ganz ruhig und gelassen in der beginnenden Dämmerung. Die benötigte
Ladung für den gehobenen Komfort einer 3-köpfigen Familie am Urlaubsort Kroatien hat er ohne Murren und Knurren aufgenommmen.
Also ideale Bedingungen für den Start zu einer 1100km Expedition mit dem Dicken.


Wir wollen ihn aber im weiteren Verlauf als Suru bezeichnen. Suru war der einzige Elefant, der den Alpensturm mit Hanniball 218 vor Christus während des 2. Punischen Krieges überlebt hat. Der einzige Überlebende von 37 Nordafrikanischen Waldelefanten, ausgebildet zu Kriegselefanten. (Die Idee von Suru stammt leider nicht von mir sonder aus einem Artikel der Schwäbischen Zeitung). Nun genug der Vergangenheit. Suru wiegt heute 2500kg, hat die Kraft
von 450 Pferden und den Durst eines Kamels. Er ist der hohen Kunst von Zuffenhausenern Ingineuren entsprungen.


Mittlerweile hat sich der Rest der 2Mann und 1Frau Crew neben Suru eingefunden. Suru scheint noch friedlich zu schlafen. Der Crew ist aber
klar, das dies jetzt alsbald nicht mehr der Fall sein wird.


04:15h, 13,5°C Aussentemperatur. Suru wird sanft mit einer 110Ah Batterie zum Leben erweckt. Zufriedenes Brummen aus dem Gestüt der 450Pferde. Der Drehzahlmesser pendelt sich innerhalb weniger Sekunden bei 585 1/min ein, nachdem der morgentliche Weckappel kurz eine Frequenz von 750 1/min im Gestüt der 450 verursacht hat. Jetzt alle Pferde wieder auf Ruhepuls 582 1/min. Suru brummt zufrieden. Es geht los. Mühelos, ohne die Pferdchen gross in Aufruhr zu bringen, rollt Suru Richtung Landstrasse. Auf der Landstrasse Richtung Autobahn A96 trabbt Suru lässig mit 120 km/h dahin. Alle Überwachungssysteme von Suru im grünen Bereich. Die beiden Treiber der 450 Pferde sind noch nahezu arbeitslos. Die beiden Turbos sorgten mal ganz kurz für einen geringen Ausschlag auf der Ladedruckanzeige.


Mittlerweile hat es sich der Rest der Crew in den angenehmen Ledersitzen bequem gemacht. Der Knabe im Fonds von Suru hat es sich bei ausgeklappter Mittenarmlehne bequem gemacht und gibt sich der Mulitmediawelt hin. Ruhe für den Herrn von Suru. Auch die Beifahrerin macht sich die Geräumigkeit und Luxusausstattung von Surus Reisekabine zu nutzen. So sehr, das sie sich bereits vor Erreichen der Autobahn der Traumwelt hingibt.


Suru und sein Herr sind nun auf sich Alleine gestellt. Surus Kommunikationszentrale leistet hilfreiche Dienste bei der Navigation. Nicht das Surus Herr nicht wüsste, wo es lang geht, aber die Bestätigung durch Surus Navigationssystem gibt ein Gefühl der Sicherheit.


Autobahnauffahrt, schnell mal den Tross mühelos auf 180 km/h anschieben. Verhaltenes, kurzes Brüllen aus dem Gestüt der 450. Suru gleitet jetzt mit 180 km/h Marschgeschwindigkeit über die nahezu leere Autobahn. Die Frequenz im Gestüt liegt leicht über 3000 1/min. Die berechnete Reichweite sinkt rapide. Geblendet durch den gemächlichen Trab über die Landstrasse ist der Rechenzentrale jetzt klar geworden, das dies nicht der Dauerzustand sein wird und Surus Durst jetzt doch erheblich ansteigt.


Autobahn Richtung München. Die Marschgeschwindigkeit liegt
jetzt bei 220 km/h. Das Gestüt der 450 hat seine Freude. Die Passagiere sind
gelassen und geben sich der Multimediawelt bzw. dem Schlaf hin. Suru und sein
Herr fröhnen den Annehmlichkeiten der mobilen Welt. Rasch nähern sie sich ihrem
Ziel.


Tankstopp in Österreich. Surus Durst war doch etwas grösser.
Aber der Nachschub von Flüssigkeit in Österreich belastet die Reiseschatulle
weniger als in Germania.
Der Tross steht während der Flüssigkeitsaufnahme unter
ständiger Beobachtung von anderen Reisegesellschaften. Während sich Suru unter
den Augen seines Herrn mit ungebremstem Durst volllaufen lässt deckt sich der
Rest der Crew in der angrenzenden Taverne mit Heiss-, Kaltgetränken und
Literatur ein. Dies alles unter genauer Beobachtung anderer Reisegruppen. Surus
Tross weckt die Neugierde vieler. Muss schon hochinteressant sein, zu schauen,
wer in diesem Tross mitreist. Suru und seinen Herrn stört das wenig. Gelassen
beobachtet Surus Herr das ansteigende Volumen an Flüssigkeit das Surus grosser
Magen in sich aufnimmt. Die aufgenommene Flüssigkeit sollte jetzt wieder für
gut 500 km reichen.


Weiter über die asphaltierte Strecke. Mittlerweile ist heller Tag. Surus Marschgeschwindigkeit musste wegen patrolierender Gendarmen auf 130 km/h gezügelt werden. Das Gestüt der 450 hat Langeweile, brummt aber friedlich vor sich hin. Die Rechenzentrale prognostiziert eine astronomische Reichweite. Wenn sich die berechnete Reichweite noch weiter erhöht, produziert Suru theoretisch Flüssigkeit.


Suru zieht immer wieder Blicke von anderen Reisegesellschaften auf sich. Ihn stört das aber nicht und sein Herr sitzt eh darüber.


Stundenlang gleitet der Tross sanft brummend über den Asphalt. Gelegntlich wird die Reisegeschwindigkeit des Trosses, sehr zur Überraschung anderer Reisenden, kurz erhöht. Ungebremst darf das Gestüt der 450 Anlauf nehmen. Die Crew drückt es in die Sitze. Dies weckt den Zorn der Crew. Surus Herr muss Kritik und Schellte über sich ergehen lassen, dabei wollte er sich mit Suru nur vor langsamere Reisegesellschaften setzten um der Crew eine frei Aussicht auf die Schönheiten der Umgebung zu bieten.


Fast ausgetrocknet kommt Suru mit seiner Crew am Reiseziel an. Er wird sich baldigst wieder volllaufen lassen. Das Gestüt der 450 brummt noch etwas zufrieden vor sich hin bevor es endgültig verstummt. Entspannt steigt die Crew aus Surus Reisekabine und beschwert sich über die erhöhte Aussentemperatur. "Im Auto war es kühler". Surus Herr liebt solche Kommentare und schlägt natürlich vor, sofort wieder zurück zu fahren. Suru und Ihm macht das Nix aus. Lieber jetzt als 2 Wochen auf die schöne Reise zu warten. Die Königin beschliesst aber zu bleiben.


Aber auch Surus Herr freut sich jetzt über 2 Wochen Ruhe, um dann mit Suru und seiner bewährten Crew wieder die Rückreise anzutreten. Natürlich erst nachdem Suru und sein Gestüt der 450 sich richtig volllaufen lassen haben.


Ich hoffe, der kurze Bericht konnte die verehrten Leser etwas erfreuen und möchte darum bitten, nicht alles Gelesene auf die Goldwage zu legen. Natürlich kann man auch mit jedem anderen Auto in gleicher Zeit und weniger Sprit dieses Ziel erreichen. Über den Spassfaktor möchte ich daher an dieser Stelle nicht diskutieren.

Wünsche Allen Anderen, die auch mal mit dem Auto in den Urlaub fahren, eine angenehme und sichere Fahrt, Manne :drive:

Gruss und Allzeit Gute Fahrt,
Manne


P955 Turbo, Bj. 2003
Warum ich einen V8 fahre ?
Damit ich meinen Enkelkindern mal erklären kann, warum es keinen Sprit mehr auf diesem Planeten gibt.