Wieso fährt man auf dem Track nie alleine?

Ich war schon an vielen Trackdays und habe schon etliche Runden erst auf meinem Boxster 986S, dann auf meinem 996 GT3 auf verschiedensten Rennstrecken abgespult. Dabei habe ich bei jeder Runde versucht, so schnell und effizient wie möglich durch die Kurven zu kommen. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass jedes Kilo auf dem Track stört, so greifen viele zu leichten Teilen aus Alu oder CFK, lassen ganze Bauteile weg, alles nur um weniger Kilos über den Track zu schleppen. Es wird ja auch gerne über möglichste leichte Felgen und den daraus reduzierten ungefederten Massen philosophiert, auch das bringt Performance. Das macht ja auch Sinn, oft auch nur theoretisch.


Wieso um Gottes Willen, wieso sind viele dann immer mit einem Beifahrer unterwegs? Bisher habe ich nur äusserst selten jemanden mitgenommen, das zusätzliche Gewicht des Beifahrers stört wie ein Messer im Rücken. Die Bremspunkte verschieben sich, die Kurvengeschwindigkeit sinkt, die Rundenzeiten gehen merklich in den Keller.


Dennoch sind sehr viele Fahrer auf dem Track ungerne alleine unterwegs. Woran liegt das? Brauchen die Zuspruch und mentale Unterstützung? Möchte man seinen Kollegen zeigen, was für ein toller Fahrer man ist? Haben sie allenfalls Angst alleine?


Klar nimmt man mal einen Kollegen mit, der das auch mal erleben möchte, der ein tolles Auto auch mal etwas artgerechter bewegt erleben will, oder dem man zur Einführung auf eine Piste die Ideallinie zeigt. Das macht man dann mal einen Stint, meist einen kurzen .... dann aber wieder raus mit ihm und ab auf die Piste, zumindest für mich. Mit einem Beifahrer geht man dann ja auch nicht an's Limit, man trägt ja die Verantwortung für ihn. Undenkbar, wenn man bei einem immer möglichen Abflug mit einem verletzten Beifahrer im Kiesbett liegt.


Da sind aber Autos, die über Jahre und viele Trackdays nie nur mit dem Fahrer alleine gesehen wurden.... Ich kann das nicht nachvollziehen! Was mir zusätzlich auffällt, es sind fast ausschliesslich Deutsche, die nur selten bis nie alleine im Auto sitzen. Was ist der Grund? Ich würde das gerne mal verstehen.


Selbst wenn ich mir auf Youtube die onboard-Videos ansehe, da hockt immer ein Copilot drin, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Auf der Nordschleife kann ich mir vorstellen, dass ein Ansager ganz nützlich wäre, der aus seinem Roadbook die nächsten Streckenabschnitte vorliest, aber auf einem normalen Rundkurs? Diese maximal 5km kann ich mir nach 3-4 Runden schon selber merken....


Übersehe ich da was? Wenn ich meine Runden ziehe, so achte ich nur auf die beste Linie, den Grip, den Motor, den Verkehr und habe innerlich ein Grinsen im Gesicht, das nur von den Ohren begrenzt wird. Bei der Fahrt trage ich nur die Verantwortung für mich und die Fahrer in unmittelbarer Nähe. Nach dem Stint werfe ich dann vielleicht mal einen kurzen Blick auf den Laptimer, wo meine Rundenzeiten etwa lagen und unterhalte mich mit den anderen Fahrern, mit denen ich mir vielleicht den einen oder anderen Zweikampf geliefert habe.


Daher meine Frage in die Runde: Wieso so oft zu zweit? k:thinking:


Greetz

Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
Harm Lagaay


PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking: