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Die geballte Kompetenz

Bewertung:

Von vedro, Freitag, 22. Juni 2012, 16:58

...oder wie ich die Achsen vermessen lies.

-1-

Die Geschichte fing an einem frühwinterlichen Samstag an. Ich war heiß auf einen 944. Am Morgen einen Einser angeguckt, danach einen S2. Den nächsten Samstag stand ich wieder vor dem S2, ich stand auch unter ihm, dahinter und gebückt daneben. Die Reifen sahen noch ganz fahrbar aus, aber nur auf den ersten Blick. Ich habe halt nicht so genau geguckt.

So fuhr ich an Wochenenden und an Wochentagen, dorthin und von da her. Bis ich einmal auf einer nassen, weitgezogenen, sich stetig verengenden Kurve einer Autobahnauffahrt merkte, wie gut das Transaxle-Konzept doch eigentlich ist. Auf allen Vieren glitschte ich aus der Kurve, fing den Wagen aber gleich wieder auf.

Am nächsten Parkplatz eines Baumarkts testete ich den Grip mit ein Paar Donuts aus und musste feststellen, dass die Hinterräder konisch sind. Außen Traktor, innen Slicks, fast schon Bürste. Oje, Achsvermessung musste her.

-2-

Gewiss zog diese Erkenntniss eine Recherche nach sich. So sagte das Handbuch, dass bei der Einstellung der Achsen das Fahrzeug vollgetankt sein muss. Damals noch für 2/3 des heutigen Preises vollgetankt und das Gewicht abgecheckt:

„Mal sehen, was ist im Kofferraum? Reserverad, Bordwerkzeug und andere Leergewicht-Komponenten. Was ist über dem Gewicht? Zusätzliches Werkzeug ca. 5-10 Kilo, zusätzliche Flüssigkeiten ca. 5-10 Kilo und der Rest. Mit Benzindichte faktorisiert, ergibt das eine Runde quer durch die Stadt egal wohin, damit das Gewicht wieder stimmt.“ Also erstmal auf eine abgelegene Strasse, die Reifen burnen. Als geeigneter Ort erwies sich der Kreisel gegenüber dem Mercedes-Kundencenter, daneben ein selten genutzes Tor zu MB-Werk, ruhige Gegend.

Nach einer Runde fürs Handyvideo fiel mir plötzlich ein, dass ich keine Sperre habe. Ich konnte ja nicht gegen die Richtung im Kreisel fahren, um das andere Rad auch abzuschleifen. Somit war die Runde durch die Stadt, egal wohin, vorbei, und es ging zum Reifenladen.

Auf dem Weg dorthin überlegte ich, dass es doch der beste Zeitpunkt wäre, den Stand der ABS-Technik der End-80er zu prüfen. Gedacht, getan. (Ich muss mal die Sensoren vom Bremsstaub befreien.) Jetzt musste man auch das Fehlen von ASR, ESP und sonstigem Mist ausnutzen. In den Augen der Passanten sah ich mein Spiegelbild eines peinlichen Proleten mit quitschenden Reifen. Aber egal, Beschleunigung pur, und komm mir bloss keiner mit dem Spruch, ein umgeworfenes Dixi-Klo wäre schneller zu schieben.

„Moin“, sagte ich reflexhaft in die Reifenbude reinkommend.
„Moin“, folgte der Rereflex des Anfangvierzigers im weißen Hemd.
„Brauche Reifen und so, nee...“
„Sicher! Was möchst´n haben?“
„Spur, Sturz einstellen und neuen Satz... äh zuest den Satz“, sagte ich jungfreulich.
„Na klar, was meinst du denn...“

Ich schob den Schein über die Theke. Der Pneumist durchstreifte mit seinem Blick die bekannte Landschaft nach einem Porsche und verkündete:

„Müssen wir bestellen. Macht ca. sechs Scheine.“
„Wann isses da?“
„Nächste Woche.“
„Was kost´n Spur Sturz?“
„Dat heißt Achsvermessung. Kostet 70€, wenn´s mehr wird, sagen wir bescheid.“

Na gut, dachte ich mir, wenn´s nicht in die Nähe von PZ´s 300€ kommt, ist mir das recht.

„Das wird dann der Meister machen. Auto musst dann hier lassen“, fügte der Herr der Reifen hinzu, was sich ja zunächst ganz positiv anhörte.

Die Rückfahrt beschloss ich ruhig anzugehen, waren ja noch ein paar Tage hin.

-3-

Die Woche darauf stellte ich den Porsche abends vor dem Reifenladen ab, um ihn am nächsten Morgen zu übergeben und bei strömendem Regen mit dem Motorrad zur Arbeit zu fahren.

„Kannst dann heute abend abholen, wir machen um sechs dicht“, erklärte man mir.

Auto- und Felgenschlüssel abgegeben und ab ins kalte Nass.

Am Abend war ich schon gespannt darauf, wie sich der Fahrwerks-Reset anfühlt. Es hat nicht mehr geregnet. Die Stimmung vermieste nun ein Häufchen Teile, die nach meinem Porsche aussahen: ein halber Felgenschlüssel und die Schlösser in Einzelteilen.

„Das musst du mit dem Chef klären“, war die Kernaussage eines kurzen Dialogs mit dem Lehrling, dessen Feierabendstimmung nichts an ihn heran lies.

Ein Geselle kam herbei und gab mit das Protokoll der Achsvermessung und die Rechnung. Das Protokoll beinhaltete Istwerte vor und nach der Vermessung, Sollwerte und Toleranzen. Das machte mich sofort neugierig. An allen Rädern gabs vorher einen nicht uerheblichen negativen Sturz, das erklärte auch die ungleichmäßige Abnutzung der Reifen. Neue Werte der Vorderachse wahren wohl in Ordnung, zu der Hinterachse lautete mein Kommentar:

"Hier ist doch nichts gemacht worden..."
"Wie nichts gemacht? Lass mal sehen", der Geselle schaute kurz ins Protokoll und meinte: "Ach ja..., da lässt sich an der Hinterachse nichts einstellen."
"Wie, echt jetzt?" Ich lies diese Aussage zunächst mal gelten, obwohl ich das nicht so recht glauben konnte.
"Ja, das hat der Meister gemacht." lies der Geselle seine Loyalität verspüren.
"Und was ist mit den Schlössern? Die habt ihr ja alle kaputt gemacht."
"Da kann ich nichts zu sagen, am besten du kommst morgen früh und klärst das mit dem Kaufmann."

Oder wie das bei Ditsche so schön heißt, "Halt die Klappe, ich hab Feierabend", ging mir durch den Kopf.

Ich bezahlte die Rechnung und fuhr nach Hause. Ich glaubte immer noch nicht, dass die Hinterachse nicht einzustellen ist. Zuhause angekommen schlug ich sofort mein schlaues Buch auf. Ha! Am Ar... du Wi....r! Ist zwar ungewöhliche Technik, aber hier stehts Schwarz auf Weiß - Spur, Sturz! Ich verglich noch die Einstellwerte auf dem Protokoll und machte eine Kopie der Herstellerbeschreibung. Dann überlegte ich mir verbale Schachzüge für den Morgen.

-4-

Früh am Morgen habe ich die Reifenpfeife wie versprochen angetroffen.

"Was ist das denn, wieso machen Sie meine Felgeschlösser kaputt?" knallte ich nach der förmlichen Begrüßung dem Weißhemd auf den Kopf.
"Hee, da war nichts zu machen. Und irgendwie mussten die ja runter."
"Aber nicht so..."
"wir mussten das ja fertig kriegen, wir konnten Sie ja nicht mit diesen Reifen weiter Fahren lassen."
"Sehen Sie," ich schob die Schlosshülse auf die Mutter und zog sie mit Anstrengung wieder ab, "das geht ja so schon schwer. Ich hab sie immer mit einem Schraubenzieher ausgehebelt. Und was machen Sie? Haben Sie´s etwa versucht mit dem Schlüssel abzuziehen?"
"Ähm, die waren doch sowieso kaputt", die Ausrede vom Gummimacker war nicht unbegründet, "die Schlösser waren nicht an den Hülsen dran.“
"Ey, das gehört so," ich glaubte tatsächlich zu wissen, dass es sich so gehört, "schade, dass ich die Betriebsanleitung nicht dabei hab, dort steht´s klar und deutlich: Schlüssel um 30° drehen, Schloss abnehmen, Hülse abziehen. Ich bring sie das nächste mal mit und zeig´ es Ihnen."

Auch wenn es falsch war, so hatte es trotzdem funktioniert, und die Schlösser hatten wirklich verschlossen.

"Ja, das kriegen wir schon geregelt, Sie kriegen dann unsere mit Nachlass", der Verkäufer versuchte zu schlichten.
"Und was ist das für´n Schei8? Hier wurde ja nichts gemacht!" Ich fuhr fort mit dem Frontalangriff und klatschte das Vermessungsprotokoll auf die Theke.
"Hey..."
"Wasn das fürn Laden?" ich unterbrach den Verkäufer bevor er etwas sagen konnte.
"Was fürn Laden? Wir sind hier vom Fach", so oder so ählich began der Fachmann aus der Abwehrstellung in den Gegenangriff zu wechseln. Seine Stimme hob sich: "Jetzt mach mal halblang, wir haben unseren Job erledigt, du hast bezahlt, Schlösser kriegst du. Was ist hier los, ey!?"
"Sie haben doch gesehen, wie die Reifen aussahen! Und dann machen Sie nichts? Soll ich mit den neuen Reifen weiter so fahren, und dann haben sie nur noch ein Drittel der Laufleistung?" ich lies meinen Kummer raus.
"Bla, bla ich bin vom Fach, bla", seine händefuchtelnden Argumente hatte ich ausgeblendet.
"Ok, ok, ich hör jetzt auf damit, lassen Sie uns mal ruhig bleiben", ich versuchte das Niveau nicht absinken zu lassen.

Ich erklärte ihm das Protokoll und wies ihn auf die unvollständige Arbeit hin.

"Ja, das müssen wir nochmal mit dem Meister beschnacken. Sie müssen dann vielleicht noch 50€ zahlen, auch wenn´s länger dauert."
"50€ und auf keinen Fall mehr?"
"Ja."
"Und was ist mit den Schlössern?" hackte ich nach.
"Das kriegen wir schon geregelt."

Ok, der Fuffi ginge in Ordnung, wenn alles ornungsgemäß erledigt wird, bliebt´s weit unter PZ.

-5-

Am nächsten Morgen verzichtete ich auf das Volltanken, es war genau so viel weg, wie das Auto Übergewicht hatte. Dennoch checkte ich den Reifendruck, damit die Vollpfosten nicht womöglich aufgrung eines messbaren Fehlers falsche Einstellungen machen. Und es sollte sich bestätigen, sie waren Vollpfosten und sie haben falschen Druck reingemacht, und zwar in alle Reifen. Sogar unterschiedliche Drücke auf gleicher Achse! Irgendwie hat mich das nicht mehr geschockt. Und ich schrieb noch den Kilometerstand auf, nicht dass die noch mit dem Porsche rumheizen.

Am selben Morgen sollte ich den Meister erwischen. Er war am Vortag unterwegs und wusste noch nichts von seinem Glück. Am Verkäuferaquarium vorbei steuerte ich direkt in die Werkstatt.

"Moin, ich such´ den Meister."
"Gesucht, gefunden, Moin," sagte ein enddreißiger, einen kleinen Tick über-ideal-gewichtiger Blaumann morgenmufflig.
"Sie sind der Meister?" ich wollte sicher gehen.
"Ja, was gibt´s?"
"Haben Sie den Porsche gemacht?"
"Ja, war ein bisschen was anderes."
"Wieso haben Sie denn nichts an der Hinterachse eingestellt?"
"Das ist ´ne Starrachse, da gibts nichts einzustellen." Er hat tatsächlich 'Starrachse' gesagt. Eine Starrachse mit Stabi also, hmmm.
"Wie denn? Aber Sie haben doch gesehen, wie die Reifen abgenutzt waren? Kann man das denn gar nicht richten?" ich stellte mich dumm.
"Wie gesagt, da gibt´s nichts einzustellen, Starrachse eben."
"Aber das ist doch ein Sportwagen, das kann ich mir ja gar nicht vorstellen..." ich versuchte den Ratlosen zu spielen.
"Da geht nichts."
"Wirklich? Aber..."
"Hee, da ist nichts!" der Meister war sichtlich genervt.
"Sind Sie sicher? Sie sind ein Meister, wenn Sie es nicht wissen..."
"Ich weiß es..."
"Und wenn ich jetzt zum Anderen fahre, und der sagt mir, das kann man einstellen. Dann darf ich wieder Hundert Euro bezahlen!"
"Fahr hin, er wird dir dasselbe sagen." Der Meister hatte die Schnauze voll von mir.

Meine Hand zückte in die Hosentasche nach dem Ausdruck aus dem Handbuch.

"Ok, bevor es jetzt zu peinlich wird", den konnte ich mir nicht verkneifen, "hier, Spur, Sturz", ich stocherte mir dem Finger aufs Papier.

Er überflog das Papier und nuschelte "Spur", "Sturz", "Hinterachse" und so´ne Sachen in seinen nicht vorhanden Bart hinein.

"Ok, wenn´s so ist, lass ich mich gerne etwas Besseren belehren", der Meister war meisterlich fair. "Ich muss mal in der Zentrale anrufen und dort nachfragen."

Die haben eine Zentrale, wo sie nachfragen können! Das wäre auch höchste Zeit!

"Soll ich den Ausdruck hier lassen?" fragte ich vorsichtshalber nach.
"Brauchst du nicht..., aber kannst ja im Auto liegen lassen."
"Und Reifendruck war auch falsch", fügte ich ungezwungen hinzu.
"Wie, hat er den falschen Druck reingemacht?" ein Geselle gesellte sich dazu, mit 'er' meinte er den Lehrling.
"Ja, alle Reifen falsch! Könnt ihr nicht mal nachgucken, was reingehört? Das steht auf dem Tankdeckel, wie bei jedem anderen Auto auch", ich musste sie auch noch belehren.

Der Geselle schaute in seinem schlauen Werkstattcomputer nach.

"Tatsächlich, der fährt auf Vollast", er meinte die drei Bar auf der Hinterachse.

Wir gingen mit dem Meister noch ins Aquarium und bestätigten, dass für den Fuffi alles tip top gemacht wird. Einen musste ich noch rauslassen:
"Aber dann so wie es sich gehört, auf Mitte Toleranz, und Vorder- und Hinterachse hundertprozentig aufeinander abgestimmt!"
"Aber selbstverständlich!" lautete die selbstverständliche Antwort.

-6-

Am Abend fand ich den verschwitzten Meister vor. Jammernd erzählte er, wie lang das alles doch gedauert hat, und dass die Schrauben schwer zu lösen waren, und dass ich mit den 50€ gut weggekommen bin, und dass er damit den ganzen Tag verbracht hat. Na Glückwunsch, Meister!

Ich kriegte noch deren billige Felgenmuttern mit der mechanischen Codierung geschenkt und die aufgesammelten Überreste der Originalschlösser im Firmenbeutel. Zum Schluss noch ein aufgezogenes Lächeln und ´nen schönen Feierabend.

Das neu eingestellte Fahrwerk konnte ich sofort spüren. Der Wagen stand besser auf den Beinen und hatte einen perfekten Geradeauslauf.

-Epilog-

Unterm Strich habe ich ein Bisschen Geld gespart, für das ich mir vielleicht irgendwann Original Felgenschlösser kaufen werde. Und ich hab die eigene Einstellung bestätigt bekommen, alles selber zu machen. Und die "Fachmänner" haben auch ihre Lektion gelernt.

Aber vielleicht gehe ich beim nächsten Mal wieder dort hin, zu dem Laden der Kette, die nicht "Asialehrling" heißt, sondern anders. Die wissen ja jetzt, wie es geht.

Gruß
Andreas


Anhang 1: Pfusch
Anhang 2: Richtig eingestellt
»vedro« hat folgende Bilder angehängt:
  • Achsvermessung_1.jpg
  • Achsvermessung_2.jpg

Kommentare (19)

  • Donnerstag, 12. Juli 2012, 19:49

    Von 914fan

    19

    @Wolfgang: Grundsätzlich richtig, aber den 44er zum PZ bringen bedeutet auch nicht zwangsläufig ein besseres Ergebnis. Das PZ Mainz hat (neben vielen anderen Fehlern) die Ölpumpe eines 986 falschherum eingebaut und danach den Fehler selbst nicht finden können. Eine andere- freie Werkstatt - fand den Fehler nach kürzester Zeit. Ebenso war eine vermeintlich defekte Kardanwelle eines Porsche Cayenne nichts anderes als schlampig und teuer (Pz halt) ausgewuchtete Reifen- auch hier musste erstmal eine andere Werkstatt Hand anlegen. Dasselbe PZ hat die Achse des 944ers eines Bekannten an der Hinterachse nicht eingestellt, da das angeblich nicht ginge. (Na das kennen wir doch..)Ich könnte ewig so weiter machen.....

  • Sonntag, 8. Juli 2012, 10:51

    Von *Wolfgang*

    18

    Das ist das Problem bei (relativ) seltenen Fahrzeugen: die Jungs schrauben den ganzen Tag an irgendwelchen Astra, Focus oder Golf herum, diese Arbeitgänge kennen sie wahrscheinlich im Schlaf. Plötzlich werden sie mit einem 944 (oder was anderem ausserhalb der gängigen Modellreihen) konfrontiert. Da kommt vermutlich Panik auf, in der heutigen Zeit weiß ja kaum einer der Fachleute mehr was z.B. ein Transaxle ist. Und nun sollen sie hier Einstellarbeiten vornehmen. Das ist ja quasi von vornherein zum scheitern verurteilt...

    Nicht falsch verstehen, ich will die Jungs nicht in Schutz nehmen, aber persönlich kann ich schon nachvollziehen weshalb das ganze schief gegangen ist. Nicht umsonst gibt es Werkstätten die sich auf "automobile Randgruppen" wie z.B. 944 und Co spezialisiert haben. Ich würde meinen 928 beispielsweise niemals zum Zahnriemenwechsel zu ATU stellen, selbst wenn sie ein Angebot von 100,-- incl. Material und Arbeitszeit abgeben würden. Spezielle Fahrzeuge brauchen spezielle Betreuung. Oder man muß es selbst machen (soweit dies möglich ist).

  • Samstag, 30. Juni 2012, 16:44

    Von 914fan

    17

    Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Zum Glück war ich meistens bei meinem Wagen dabei und hatte einen kleinen Grundstock an Erfahrung. Hatte mal die Achse ausgetauscht und bin mit 3° negativen Sturz zur Vermessung gefahren. Leider haben die deppen nicht gemerkt, dass der Sturz mittels der (brandneuen) Exzenter-Schraube eingestellt wird. Nachdem der Mechaniker die Schraube geöffnet hatte holte er einen Kollegen, der drückte gegen das Rad, Schraube zu, immernch 3° Negativ:
    "Die achse ist krumm, da kann man nix machen"
    "Der hat ne Exzenterschraube" sagte ich
    "ach das bringt auch nix"
    "dann mach mal" sagte ich
    und wie durch zauberhand gings auf einmal.
    Ich würde heute noch mit dem Sturz in der Gegend herum fahren....
    Mit den Reifentypen hab ich aber auch meine Erfahrungen, die haben mir schon reihenweise die Radmuttern mit Schlagschraubern zerstört, obwol ich darum bat ohne Schlagschrauber zu arbeiten.... Das war denen egal....

  • Mittwoch, 27. Juni 2012, 20:24

    Von helge4u

    16

    Ich habe eine technische Ausbildung, bin aber eher ein KFZ-Laie (obwohl ich bis vor 20 Jahren an meinen Schrottkisten fast alles selbst geschraubt habe, aus der Not heraus). Dennoch behaupte ich: Wer KFZ-Meister ist, und eine Starrachse trotzdem nicht von einer Einzelradaufhängung unterscheiden kann, hat den Beruf verfehlt. Ich kann Vedro gut verstehen, und finde seine geschilderten Reaktionen moderat. Ab einem gewissen FürBlödVerkauf-Dreistigkeitslevel reagiere ich ähnlich (eher noch drastischer). Es freut mich dass es am Ende gepasst hat! Im Grunde hätte Vedro eine Rechnung stellen sollen für die fachliche Beratung. ;-)

  • Mittwoch, 27. Juni 2012, 11:35

    Von vedro

    15

    Der Meister hat wahrscheinlich den Wecker auf 70€ gestellt und dann aufgehört :rf:
    Ich hab dann mit ein Bisschen Stress Geld gespart.

  • Mittwoch, 27. Juni 2012, 09:02

    Von schrauber77

    14

    Na ja, schlüsseln wir doch die Situation mal auf:

    Die "Reifenbude" hat ein geiz ist geil Angebot rausgehauen -billig billig eben..
    Der "Kunde" der es besser wissen sollte ist drauf eingegangen und hat wahrscheinlich vergessen das er das bekommst was er bezahlst.
    Im ersten Anlauf hast er ja auch das bekommen was er bezahlt hat - wenig eben.

    Nur durch das beharren auf ordentliche Arbeit, das selbstnachprüfen des Luftdrucks, der Einstelldaten und das finde ich wirklich schlimm des Drehmomentes der Radschrauben ist es im zweiten Anlauf gelungen ein ordentliches Werk hervorzubringen.

    Fazit:
    Ich als Unternehmer und Kraftfahrzeugmeister muss in meinem Unternehmen Preise kalkulieren, zur Not auch Individuell. Das bringe ich zum Größtenteil aus Erfahrung und dem kaufmänischem Gedanken zustande. Vernünftige Arbeit für vernünftiges Geld.

    Die Reifenbude hat doch auch was gelernt.

  • Dienstag, 26. Juni 2012, 13:20

    Von Gid

    13

    Es ist völlig richtig, der Artikel weckt Emotionen in mir, wahrscheinlich aber andere als beabsichtigt.
    Ich lese sehr gerne lustige Blogs, es muß nicht alles immer überzogen ernst sein. Was mich stört ist die Art und Weise wie einem Dienstleister (auch einem im nachhinein anscheinend recht unfähigen) von vorne herein gegenüber getreten wird. Noch mal der Tip: Gehe besser zu einem Profi oder erkläre dem Nicht-Profi was Du möchtest (ist aber der schlechtere Weg).

  • Montag, 25. Juni 2012, 21:52

    Von vedro

    12

    Gid: Ein bischen weniger Gelulle und ein wenig mehr Hinweise auf die Werte (da sie dem Verfasser ja wohl aus seinem schlauen Buch bekannt waren..) hätten hier sicherlich ein besseres Ergebnis gebracht.

    - Das Ergebnis hat mich befriedigt, nachdem ich ein bisschen mehr gelullt habe. Auf die Werte bin ich ja erst gekommen, als ich das Gefühl kriegte, verarsht zu werden. Ja soll ich denn einem Spezialisten von vorn herein alles erklären wie es gemacht wird? Ich fahre einen 944 und nicht 997, so senil bin ich noch nicht. Für den Spruch werde ich noch gevierteilt.


    Nichts für ungut, Gid. Aber danke auch! So kann ich mich hier im Blog austoben und meinen 1000er noch ein paar Tage halten.

    Gruß

    Andreas

  • Montag, 25. Juni 2012, 21:51

    Von vedro

    11

    Gid: Wenn man eine vernüftige Arbeit möchte, sollte man vielleicht auch nicht zu einen Laden fahren, den mal selber als " Reifenbude" bezeichnet, sondern sein Auto zu einer qualifizierten Werkstatt oder zu einem Porsche Spezialisten bringen. ...
    ...Nicht jeder Reifenhändler stellt täglich Fahrwerke ein, sondern verkauft und wechselt halt Räder und Reifen...

    -Man darf doch mal erwarten, dass wenn man zu einem Reifenspezialisten geht, dass der sich damit auskennt. Ungesponnen, das hatte ich nicht erwähnt, er hat sogar die Radmuttern falsch angezogen. In der Werkstatt hing eine große Tabelle mit Anzugsdrehmomenten, dort waren unter anderem 130 Nm für alle Porschemodelle ausgeschrieben (das war das Maximum auf dieser Tabelle). Ca. 10 von 20 Muttern waren mit standardgolfmäßigen 90Nm zugedreht. Die Reifenbude hat auf der ganzen Linie versagt: Felgenschlösser, Achsvermessung, Refendruck, Drehmoment. Was wollen sie den noch können? Ist ja klar, dass das Geld mit dem Reifenverkauf verdient wird und die Masse zählt. Und die Achsvermessung ist wahrscheinlich ein lästiges unvermeidbares Nebengeschäft. Aber der Laden (einer Kette) beschäftigt einen ganzen Meister ein paar Gesellen und sogar Azubis und hat einen modernen Messstand. Nur um Reifen zu wechseln?

    Gid: Der großartige Hinweis auf einen Hochschulabschluss hilft da augenscheinlich auch nicht.

    - Du hast doch mein Kommentar gelesen. Warst du wieder unaufmerksam?

  • Montag, 25. Juni 2012, 21:49

    Von vedro

    10

    Gid:Ich kann mich gar nicht für diesen Bericht begeistern! Ich finde ihn auch nicht lustig oder kann etwas daraus lernen.

    -Aber du ignorierst den Bericht nicht, und er erweckt Emotionen in dir. Das ist für mich ausreichend. Daraus etwas zu lernen, war nicht der Sinn.

    Gid: Wenn man einem Dienstleister auf diese agressive und belehrende Art kommt, bringt das keinen weiter.

    -So hat es ja auch nicht angefangen. Ob es jemanden weitergebracht hat? Lies nochmal aufmerksam durch. Hätte ich den Vekäufer und den Meister sofort erwischt, wäre es vollig anders abgelaufen, ich schätze zu meinem Nachteil.

  • Montag, 25. Juni 2012, 12:29

    Von Gid

    9

    Ich kann mich gar nicht für diesen Bericht begeistern! Ich finde ihn auch nicht lustig oder kann etwas daraus lernen. Wenn man einem Dienstleister auf diese agressive und belehrende Art kommt, bringt das keinen weiter.
    Wenn man eine vernüftige Arbeit möchte, sollte man vielleicht auch nicht zu einen Laden fahren, den mal selber als " Reifenbude" bezeichnet, sondern sein Auto zu einer qualifizierten Werkstatt oder zu einem Porsche Spezialisten bringen. Der großartige Hinweis auf einen Hochschulabschluss hilft da augenscheinlich auch nicht.
    Nicht jeder Reifenhändler stellt täglich Fahrwerke ein, sondern verkauft und wechselt halt Räder und Reifen...
    Ein bischen weniger Gelulle und ein wenig mehr Hinweise auf die Werte (da sie dem Verfasser ja wohl aus seinem schlauen Buch bekannt waren..) hätten hier sicherlich ein besseres Ergebnis gebracht.

  • Montag, 25. Juni 2012, 00:33

    Von Schwabe1

    8

    in einem anderen Bericht von mir versuche ich eben genau diese Problematik zu beschreiben.
    Das mit der Starrachse darf von einem "Meister" nicht kommen.
    Bei dem Volo- Beispiel ist es ähnlich, wenn ich meinen Wagen zum Achsvermessen abgebe juckt es mich nicht was man einstellen kann und was nicht sondern das alles so eingestellt wird wie es sein soll.
    Nein zu sagen ist ein Zeichen von Größe

    Daumen hoch aber für den Artikel

  • Sonntag, 24. Juni 2012, 15:33

    Von wolfgang31248

    7

    Ich kann mir deine Situation durchaus vorstellen, aber ich persönlich bin eher von der friedfertigen Sorte und würde das Problem eher im Miteinander suchen, denn die Erfahrung zeigt ja auch, dass positiv eingestellte Handwerker einfach auch bessere Arbeit abliefern.
    So wie du die Situation beschreibst, klang das nicht sehr nach einem Miteinander, sondern nach einem Gegeneinander.
    Ich finde es aber sonst sehr gut, wie du die Sache beschreibst und schließlich muss jeder selbst mit der Situation fertig werden.

  • Sonntag, 24. Juni 2012, 13:01

    Von vedro

    6

    @Wolfgang
    Eigentlich bin ein ganz umgänglicher Zeitgenosse. Aber ich hab halt die seltsame Eigenart, mich ungern verarshen zu lassen. Und ich fühlte mich wirklich verarsht. Zum Glück gabs das Protokoll und zum Glück konnte ich es auch entziffern, weil ich eine technische Ausbildung (und tech. Hochschulabschluss) habe. Mit einem BWLer wärs vielleicht durchgegangen :) pardon. Und ich war noch nie zuvor in so einer Lage, wo Fremdleistungen unsachgemäß ausgeführt wurden, weil ich auch nicht oft Fremdleistungen in Anspruch nehme. Deswegen wollte ich gleich die Position annehmen, die für mich günstig erschien. Ich hatte ja bereits alles bezahlt.

    Und ja, es ist bestimmt so, dass ich denen ihre Unwissenheit vorführen wollte. Aber ich wahr mehr oder weniger dazu gezwungen worden. Und ich hätte den Verkäufer fast aus der Fassung gebracht. Ich durfte es auch nicht eskalieren lassen, sonst wäre ich womöglich leer ausgegangen. So war mein Eindruck.

    PS: Und vom Meister zu behaupten, es wäre eine Starrachse, ist entweder fahrlässig oder äßerst dumm. Also entweder 1.) ich werde verarsht, 2.) wir sind beide dumm oder 3.) ich führe dem Meister seine Unwissenheit vor.

  • Sonntag, 24. Juni 2012, 09:51

    Von Tombow

    5

    @Wolfgang: ich glaube, jeder, der ein selten(er)es Auto fährt und die Technik kennt, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Ob man wegen mangelnden Equipments (wer hat schon einen Achsvermessungstand in der Garage z.B.?) Reparaturen "außer Haus" gibt oder auf der Suche nach ganz bestimmten Ersatzteilen ist. Kennt man sein Auto besser als den Meister in der Werkstatt oder den Teilehändler, kann es zu solchen Situationen kommen. Je nachdem, auf welche Art sich dein Gegenüber verhält, ist es nicht immer einfach, damit umzugehen.

    Da könnte ich auch so die eine oder andere Geschichte zum besten geben:

    Achsvermessung: anno 2006 hatte meinen 1987er Volvo 760 zur Achsvermessung gebracht. Der Mechaniker hat kurz in der Datenbank nachgeschlagen, meinte zu mir: "sollen wir die Hinterachse auch machen?". Ich lachte nur und sagte: "nee, da gibt's nichts zu machen". Er: "wie denn?" (Anmerkung: bei der 7er Limousine wurde Oktober 1987 von Starr- auf Raumlenkerachse umgestellt. meiner war aber noch ein früher 1987er). Hab es erklärt (hatte auch zufällig das Hayes-Reparaturhandbuch im Auto). Mechaniker hat sich für die Erklärung bedankt.

    Teilesuche: anno 2000 war ich auf der Suche nach einer Spurstange für einen 1982er Volvo 244 (über die gesamte Bauzeit wurden da nicht weniger als 4 unterschiedliche Ausführungen verbaut). Bei zwei Teilehändlern kam jeweils das (unterschiedliche) falsche Teil. Als beim dritten Teilehändler zum zweiten mal das falsche Teil kam...da dachte ich mir: "wie oft noch?" Mit meinem Bruder wollten wir sogar wetten, welches falsche Teil jetzt denn kommen wird. Trotz der Witzwette, der Frust hing mir echt zum Hals raus. Als am Ende das richtige Teil kam, war das Lachen (noch im Verkaufsraum des Händlers) unhaltbar. So sehr, daß er uns gefragt hat, was denn los sei. Das Grinsen, nachdem er die Geschichte gehört hat, konnte er sich auch nicht verkneifen.

  • Sonntag, 24. Juni 2012, 08:28

    Von wolfgang31248

    4

    '.....ich versuchte das Niveau nicht absinken zu lassen'.
    Hattest du dich denn um ein Niveau bemüht?
    Ich habe den Eindruck, dass du denen ihre Unwissenheit vorführen wolltest.

  • Sonntag, 24. Juni 2012, 08:01

    Von phoenix_go

    3

    ...der Meister würde wahrscheinlich dennoch lieber Deine Spur einstellen, als die Deines Autos;-)

  • Samstag, 23. Juni 2012, 12:47

    Von vedro

    2

    Warum nicht, alles eine Frage des Geldes.

  • Freitag, 22. Juni 2012, 20:44

    Von dsc

    1

    Glaubst du, dass die dich noch mal auf dem Hof haben wollen?
    ;-)

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