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  • wolfgang31248

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Der Fußballfan

Bewertung:

Von wolfgang31248, Samstag, 16. Juni 2012, 08:09

Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten. Sepp Herbergers Ausspruch, eine altbekannte Fußballerweisheit. Aber wie ist sie eigentlich zu verstehen?
Ich gebe zu, ich bin kein Fußballfan und gerate jetzt schnell in Erklärungsnöte.
Wieso eigentlich Weisheit? Welche verbirgt sich denn dahinter?

Wenn ich das jetzt einmal etwas überspitzt formuliere, könnte ich vermuten, dass dieser Spruch gleichbedeutend ist mit der Aussage, die Erde ist eine Kugel.
Gut, wir sind uns einig, beides zu bestätigen. Doch es scheint immer noch Menschen zu geben, bei denen diese Tatsache noch nicht angekommen ist.
Der Fußballfan liebt das Rund, hat sich voll und ganz dem Spiel seiner Mannschaft verschrieben, ist loyal und friedlich.

Doch ein nicht unerheblich großer Kreis vermeintlicher Fans, glaubt offensichtlich noch an die Erde als Scheibe, an das Rund als Plattform, als Plattform für ihre gewalttätigen Ausbrüche.
Kaum ein Spiel auf nationaler oder internationaler Ebene vergeht, ohne dass diese Hooligans einmal mehr ihre Unfähigkeit bewiesen haben, Fans zu sein.
Feuerwerkskörper, Böller und die Fäuste, stehen für die Unvereinbarkeit im Geiste.
Das ist leider die Seite der Medaille, die den Fußball und seine wahren Fans in Verruf bringt.

Ein Fan steht zwar für die teilweise abgehobene Liebe zu einer Sache, das kennen wir als Porschefreunde nur zu gut, aber es liegt ihm fern, sich mit mehr als mit ein paar kräftigen Worten ins Gespräch zu bringen.
Ausschreitungen im Umfeld der Europameisterschaft konnten glücklicherweise bislang im Zaum gehalten werden.
Die zahlenmäßige Übermacht der Fans lässt die kleinen Scharmützel der Hooligans zwar nicht vergessen, aber doch fast als unwichtig erscheinen.
Wie gut, dass es die wahren Fans gibt.

Obwohl die Hooligans einerseits die öffentliche Plattform benutzen, um ihre niederen Instinkte zu bedienen, stehen sie andererseits doch völlig alleine da, weil eine Akzeptanz ihres Tuns von den Wenigsten mitgetragen wird.
Der Fan kann nur kopfschüttelnd daneben stehen und versuchen diesen Geschehnissen aus dem Wege zu gehen.

Leider zeigen sich in den letzten Jahren immer stärker auch schon auf der untersten Ebene des Fußballsports Gewaltausbrüche, die oft nicht zu erklären sind.
Angriffe gegen den Schiedsrichter, die Spieler oder andere Zuschauer lassen uns verständnislos zurück.

Wenn schon auf dieser Ebene das Verhalten eines Fans in Fanatismus und Gewalt umschlägt, ist das Maß bereits übervoll und es muss reagiert werden.
Fußball sollte die Disziplin und die Sozialkompetenz schon in jungen Jahren fördern. Ein Ziel, welches wohl nicht bei jedem Mitstreiter angekommen ist.

Die Europameisterschaft wird uns Zuschauern positiv in Erinnerung bleiben, wenn gewalttätige Ausbrüche im Umfeld der Spiele ausbleiben, wenn die Spiele fair und mit Toleranz durchgeführt werden, wenn der FAN des Fußballs auf seine Kosten kommt und wir Gelegenheitszuschauer sogar auch einmal einen Blick ins Spiel werfen.
Wenn dann auch noch die Deutsche Mannschaft die vordersten Ränge belegen sollte, werden die vielen Fahnentragenden Vierräder auf unseren Straßen nicht ganz umsonst unterwegs gewesen sein. Fans, wie wir sie uns wünschen.

Text: W.L., Bilder: Internet
»wolfgang31248« hat folgende Bilder angehängt:
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Kommentare (3)

  • Sonntag, 17. Juni 2012, 10:12

    Von yabespatz

    3

    @ Tombow

    Können sie auch. Die Schläger interessiert der Fussball doch gar nicht. Die nutzen nur den Anlass, um sich für ihre Prügeleien zu verabreden.

  • Samstag, 16. Juni 2012, 18:56

    Von Hölle

    2

    "Leider zeigen sich in den letzten Jahren immer stärker auch schon auf der untersten Ebene des Fußballsports Gewaltausbrüche, die oft nicht zu erklären sind."

    Tja, ich sehe das eher als Vorbote dessen, was uns noch bevor steht.

    Ich umschreibe es mal als "erste soziale Unruhen". Die Unzufriedenheit wächst seit Jahrzehnten und im Stadion wird den Gefühlen "Luft gemacht". Warten wir mal ab, wie das in Griechenland demnächst wird. England und Frankreich haben uns das ja in der Vergangenheit schon vor gemacht.

    Aber noch schlimmer ist es, dass die Politik dies zwar (vermutlich) weiß und erkennt, aber jetzt mit der Idee kommt, die Stehplätze abzuschaffen. Da kann ich nicht einmal mehr schmunzeln, leider.

    Erstens wird nur das Symptom kuriert und das noch erfolglos wie man längst weiß, denn auch in Stadien ohne Stehplätzen geht es genauso rund. Zweitens werden höchstens die Familienväter aus den Stadien vertrieben, weil sie sich keine Karten für Ihre Kinder und sich selbst mehr leisten können.

    Grüße
    Rolf

  • Samstag, 16. Juni 2012, 14:16

    Von Tombow

    1

    Wie Du recht hast, Wolfgang! Beim Lesen hast Du einige Erinnerungen geweckt...

    1994 hatte ich gerade zur Zeit, als die Formel1-Saison zu Ende ging, sturmfreie Bude und die letzten Rennen (Suzuka und Adelaide) wurden ja in aller Herrgottsfrühe (europäische Zeit) übertragen. Also habe ich zu Formel1-Partys eingeladen...Nacht wird durchgefeiert und dann vorm Fernseher gefiebert. Die Gäste - mein bester Freund und seine Schwester, meine damalige Freundin (erklärte Hill-Fans), ein Paar Kommilitonen (bunter Mix aus Schumacher- und McLaren-Fans) und so weiter. Nichtsdestoweniger hatten wir Spaß miteinander und haben uns höchstens mal aus Spaß mit Popcorn beworfen. Beim Indycar-Party zum Saisonabschluß 1996 war ich so ziemlich der einzige Zanardi-Fan im Raum...und dennoch waren alle anwesenden hin und weg von seinem legendären Überholmanöver in der Corkscrew...haben alle geschrien und uns daran erfreut...

    Wünsche mir nur, Fussbalfans könnten genauso miteinander feiern.

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