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  • wolfgang31248

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Nicht alles ist gut, was von oben kommt!

Bewertung:

Von wolfgang31248, Sonntag, 25. März 2012, 00:47

An einem so schönen sonnigen Tag wie heute wäre es fast eine Sünde, sich in der Wohnung aufzuhalten.
Ein schneller Anruf beim Sohn, ich komme kurz vorbei, wir müssen noch ein paar Sachen besprechen. Einverstanden, wann kommst du? In einer Stunde bin ich bei dir.
Also den Porsche aus der Remise geholt, Verdeck geöffnet und los gehts. Herrliche Luft, allerdings nur kurz, denn die Bauern links und rechts der Schnellstraße scheinen gerade den Supercup der Güllefahrer auszutragen.
Münster zeigt sich mal wieder von seiner unschönen Seite. Müssen denn alle heute noch in die Stadt fahren? Langsam schiebt sich der Wagenpark gen Ampel, die in zu kurzen Abständen wieder zum Stoppen zwingt.
Die Sonne brennt ja schon ziemlich heftig, denke ich gerade und da schiebt sich ein riesiger LKW langsam links an mir vorbei. Aus mit der Sonne.
Plötzlich platscht es lautstark hinter mir. Ich kann nicht sofort feststellen, wo das Geräusch herkommt, aber mit dem langsam weiterfahrenden LKW kommt es näher.
Ich drehe mich um, es hupt jemand heftig, ich glaube es nicht, direkt hinter mir sucht ein fetter Strahl von oben aus dem Transporter seinen Weg nach unten und hat fast mein Auto erreicht.

Jetzt erkenne ich den Ursprung der üppigen Quelle. Aus dem fülligen Hinterteil eines Schweines aus der ersten Etage schießt im hohen Bogen die Notdurft nach draußen auf die Straße.
Was soll ich machen. Zu spät zum Schließen des Verdecks. Eingekeilt von anderen Autos und sicher mit kreideweißem Gesicht harre ich der Dinge, die wohl jetzt sofort unweigerlich auf mich herunterrieseln werden.

Der LKW hält wieder, der Strahl verliert an Intensität, bis er plötzlich ganz stoppt. Ich kann förmlich spüren, wie die vielen netten Fahrer und Beifahrer in meinem Umfeld grinsend dieses Spiel verfolgt haben. Zwar hatte wohl irgendjemand Mitleid mit mir und wollte mich hupend warnen, doch niemand hätte etwas daran ändern können, wenn diese Ferkelei mein Auto vielleicht außen, oder auch noch innen getroffen hätte.
Jetzt erkenne ich auch das Auto in seiner ganzen Ausdehnung. Ein Viehtransporter auf dem Weg zum Schlachthof. Das was mich da vielleicht getroffen hätte, wäre also das Letzte gewesen, was diese Kreatur kurz vor seinenm Tod noch von sich geben konnte.
Ganz beschäftigt mit der Situation übersehe ich völlig die inzwischen freie Bahn vor mir.

Gas und weg. Was habe ich da für ein Glück gehabt. Ich stelle mir vor, wie sich dieser undisziplinierte Strahl langsam in meinem Auto verteilt.
Womit wir Cabriofahrer manchmal konfrontiert werden? Ich glaube es nicht.
Mein Sohn wartet schon. Als ich ihm diese Geschichte erzähle, können wir beide nur noch herzlich lachen.
Ob ich es auch gekonnt hätte, wenn ich getroffen worden wäre, möchte ich bezweifeln.

Es ist also immer von Vorteil darauf zu achten, wer vor, neben, hinter oder sogar über einem fährt.
Zuviel Frischluft tut also nicht immer gut.

Schönen Sonntag :wink:
Wolfgang

(das ist mir heute tatsächlich passiert)

Kommentare (5)

  • Mittwoch, 6. Juni 2012, 01:07

    Von Tombow

    5

    Hallo Wolfgang,

    Nach vier Jahren Cabrio, einigen Treffern von Sturzkampf-Ferderviechern, umweltfreundlich eingefangenen Zigarettenkippen vom Vordermann und etlichen kostenlosen Scheibenwaschwasser-Duschen kann ich mit Dir über die Geschichte lachen und Dir zum guten Ausgang gratulieren!

    Irgendwie gehören solche Erlebnisse zu Cabrio-/Roadsterkultur wie Salz in die Suppe.


    Immer eine Handbreit Sonne überm Porsche,
    Tom

  • Freitag, 20. April 2012, 18:19

    Von helge4u

    4

    Zum Glück kannst Du nicht erst in 100 Jahren sondern gleich darüber lachen. Danke für diese köstliche Geschichte!! Ich habe in 5 Jahren Cabrio schon einiges erlebt womit ich früher nie gerechnet hätte, aber das toppt ja sogar den "Acker-Sandsturm" auf der A66 vor paar Jahren, als ich das Dach gerade noch mit Gewalt zubekommen habe - 30 Sekunden später wär's vermutlich weggeflogen und der Innenraum wäre gesandstrahlt worden, inklusive mir.

  • Freitag, 13. April 2012, 10:56

    Von M-AR

    3

    Supercup der Güllefahrer muss ich mir merken, der war gut :)

    Ja das ist echt mal richtig Glück! Denn wenn das mal trocknet und zu riechen anfängt...

    Das mit den Vögeln kenne ich leider auch. Die Autofahrer um einen herum warten geradezu darauf, dass einem in einem Cabrio und noch dazu in einem Porsche, so etwas passiert!

  • Mittwoch, 4. April 2012, 22:58

    Von bluestar

    2

    Hallo Wolfgang,

    an so etwas habe ich noch nie gedacht!

    Dagegen ist ein Vogelangriff, solange es kein Adler ist, fast harmlos.

    Gegen die Variante Vogel habe ich ein altes Handtuch und eine Flasche Wasser immer im Auto, hätte aber bei Schweinepippi auch nicht geholfen.

    Sauber bleiben!

    Andreas

  • Freitag, 30. März 2012, 20:11

    Von Andreas-993

    1

    Hi Wolfgang,

    Da hast Du Glueck gehabt. Auf dem Auto waere nicht so tragisch, laesst sich ja wieder abspuelen. Im Wagen waere sich aergerlich, da aus manchen Materialien, Leder, Teppich der Geruch wohl nicht mehr so einfach herausgehen wuerde.

    Neben Schweinen und Rindern sind Voegel ebenso gefaehrlich. Habe da im offenen Wagen auch schon mal einen Treffer eingefangen.

    Beste Gruesse

    Andreas

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