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Flott unterwegs im Porsche 911 Carrera 4S (996)
Porsche ist sexy. Und wie vor allem Amerikaner immer wieder gerne und zu recht feststellen: "Sex sells!" Das ist wohl auch ein wesentlicher Grund für den gegenwärtigen Erfolg von Porsche.
Für das Geschäftsjahr 2001 weist der Sportwagenhersteller beeindruckend gute Wirtschaftsdaten auf. Und mit entsprechendem Selbstbewusstsein präsentieren die Zuffenhausener nun eine neue 911er-Variante mit besonders muskulösem Körperbau: den 911 Carrera 4S oder kurz C4S. Obwohl zum Verwechseln ähnlich, handelt es sich beim C4S nicht um einen 911 Turbo.
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Wir hatten Gelegenheit, den neuen 911er im Turbokleidchen auf den Serpentinenstraßen rund um den herbstlichen Gardasee zu jagen. Für die sportliche Turbo-Optik sorgen unter anderem 18-Zoll-Leichtmetall- felgen und die aerodynamisch optimierte Front mit großen Lufteinlässen. Die Fondseitenteile wurden beim C4S außerdem um jeweils 30 Millimeter verbreitert, die Karosserie um zehn Millimeter gesenkt und das Fahrwerk größer dimensioniert. Dazu gehören eine um 40 Millimeter vergrößerte Spurweite, die um einen Zoll verbreiterten Räder und eine breitere Bereifung. Ein auffälliges Detail sind schließlich die gelochten und innenbelüfteten Bremsscheiben mit rot lackierten Bremssätteln. Vorne und hinten haben sie den gleichen enormen Durchmesser von 330 Millimetern. Damit handelt es sich um die besten Stopper, die Porsche im Serienbau zur Zeit anbietet.
Der optische Trimm zeigt Wirkung: Im Vergleich zum C4S erscheint der normale 911 Carrera fast schon ein wenig mickrig. Doch wie sieht es unter der Motorhaube aus? Obwohl der C4S dem 911 Turbo sehr ähnlich ist, befindet sich dort der normale 3,6-Liter- Sechszylinder- Saugmotor - ohne jegliche Aufladung. Entsprechend mobilisiert der Carrera 4S im Vergleich zum 420 PS starken Turbo bescheidene 320 PS. Mit seinen 1.470 Kilogramm Gewicht ist er jedoch 65 Kilo schwerer als der einfache 911er. Trotz Turbo-Optik fährt er mit Sechsgang- Schaltgetriebe entsprechend fünf km/h langsamer. Maximal sind 280 Sachen drin. Auch bei der Beschleunigung hinkt er ein Zehntel hinterher: 5,1 Sekunden benötigt das Turbo-Imitat von 0 auf 100 km/h.
Ist der Carrera 4S also ein aufgeplusterter Muskelprotz für geltungssüchtige Porsche- Kunden? Eine Mogelpackung, die erhöhte Sportlichkeit lediglich vorgaukelt? Nicht ganz: Trotz 65 Kilo Mehrgewicht ermöglicht der C4S nach Aussage von Porsche aufgrund der besonders sportlichen Fahrwerksauslegung und der besseren Bremsen kürzere Rundenzeiten auf der Nordschleife des Nürburgrings. Die breitere Front soll außerdem für mehr Stabilität bei Höchstgeschwindigkeit sorgen. Und die größeren Kühleröffnungen erreichen eine um acht Prozent bessere Kühlleistung, was wiederum höhere Reserven beim forcierten Einsatz schafft. Schließlich sorgt der Vierradantrieb in Kombination mit der serienmäßigen Fahrdynamik- regelung für ein hohes Maß an Fahrsicherheit und agiles Handling bis in den Grenzbereich.
Der 911 Carrera 4S wurde für den sportlichen Einsatz optimiert. Doch diese Auslegung geht nicht zu Lasten der Alltagstauglichkeit. Trotz der strafferen Abstimmung bietet die Federung weiterhin ein feines Ansprechverhalten und guten Fahrkomfort. Und der 911 Carrera 4S lässt sich problemlos und ruhig im Stadtverkehr bewegen: Bereits bei knapp über 1.000 U/min steht dafür ausreichend Drehmoment zur Verfügung. Und auch das ist für einen Sportwagen bemerkenswert: Der Carrera 4S lässt sich spritsparend fahren. Der Durchschnitts- verbrauch wird von Porsche mit 11,4 Litern angegeben. Wer ruhig fährt, kann diesen Verbrauch sogar unter die Neun- Liter- Marke drücken. Für einen Sportwagen seines Kalibers sind dies durchaus günstige Werte. Außerdem unterschreitet der 3,6-Liter- Saugmotor die Euro-3-Abgasnorm.
Für den mäßigen Verbrauch zeichnet sich unter anderem das System VarioCam Plus verantwortlich. Dieses ermöglicht einen variablen Ventilhub. Ein kleiner Ventilhub ist dabei optimal für Stadtverkehr und Teillast- Fahrten. Und ein großer Ventilhub stellt in Sekundenbruchteilen das dreifache Drehmoment zur Verfügung und ist auf Spitzenleistung ausgelegt. Der Porsche Carrera 4S ist nicht nur uneingeschränkt alltagstauglich, sondern auch luxuriös ausgestattet: Automatische Klimaanlage, Bordcomputer, Audio- Klangpaket, Metallic- Lackierung, Lederausstattung und elektrisch verstellbare Sitze gehören bereits zur Serienausstattung. Für diesen sportlichen Luxus muss der Kunde jedoch ca. 75.000 Euro hinblättern. Für ein paar Extras sind schnell weitere 10.000 Euro fällig. Ein teurer Spaß, der aber auch wirklich Spaß macht.
Claudio Galli 12.2006
Bilder © Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
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