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Mobil1-Supercup: Titel für Jeroen Bleekemolen

Porsche Mobil1-Supercup

[UPDATE] Mit einem Sieg im letzten Rennen krönte der Niederländer Jeroen Bleekemolen in Abu Dhabi seine Meistersaison im Porsche-Mobil1-Supercup. Der für Konrad Motorsport fahrende Titelverteidiger setzte sich in einem spannenden Duell gegen seinen Erzrivalen René Rast (Steyerberg) durch und konnte aus den Händen von Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, den Siegerpokal entgegennehmen. Die Ehrung des Zweitplatzierten nahm Porsche- Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer vor.




Nach 14 Runden auf der neuen Formel-1-Strecke in dem Emirat feierte der von der Pole-Position gestartete und vom Start weg führende Bleekemolen seinen fünften Saisonsieg. Und stellte gleichzeitig einen neuen Supercup-Rekord auf: Er belegte in allen 13 Rennen dieser Saison einen Podiumsplatz. Bei der Zahl der Siege hatte René Rast die Nase vorn: Der Vizemeister vom Team VELTINS MRS Racing gewann sechs Mal.

Das Tempo, das Jeroen Bleekemolen und René Rast von Anfang an vorlegten, konnte nur Richard Westbrook (Porsche Cars GB) mithalten. Doch in der zweiten Rennhälfte musste der Brite, der in dieser Saison in Barcelona und Monaco gewinnen konnte und sich vor einer Woche in einem Porsche 911 GT3 RSR den GT2-Titel in der FIA GT-Meisterschaft gesichert hatte, das Spitzenduo ziehen lassen. Er belegte den dritten Platz vor dem Iren Damien Faulkner (Walter Lechner Racing School) und Gaststarter Alessandro Balzan (Ebimotors), dem Gewinner des Carrera Cup Italia, der sich mit einer sehenswerten Aufholjagd vom 19. Startplatz nach vorne kämpfte. Der Münchener Thomas Jäger (Abu Dhabi Race Team), der sich vor einer Woche den Titel im Carrera Cup Deutschland gesichert hat, kam als Sechster ins Ziel. Siebter wurde der Italiener Alessandro Zampedri (SPS Performance) vor dem Slowaken Stefan Rosina vom Team Walter Lechner Racing School, der dadurch seinen dritten Platz in der Meisterschaft behauptete.

Nachdem Jeroen Bleekemolen schon seit seiner Qualifyingbestzeit vor dem ersten Finalrennen am Samstag als Meister feststand, fielen am Sonntag die letzten Entscheidungen in einer spannenden Saison: Konrad Motorsport gewann den Teamtitel, der Neuseeländer Matt Halliday (SANITEC RACING) die Rookiewertung als bester Supercup-Neuling.

Jeroen Bleekemolen (Sieger): „Ein fantastisches Rennen und ein toller Kampf mit René. Ich war am Anfang etwas schneller, er am Ende. Ich bin froh, dass ich gewonnen habe, es war wirklich hart. Eine so erfolgreiche Saison mit einem Sieg in einem so tollen Rennen abzuschließen – mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen.“

René Rast (Zweiter): „Ich hätte natürlich gerne gewonnen und denke, dass ich auch schneller unterwegs war als Jeroen. Aber was soll’s – so schlecht war das heute nicht und mit der Vizemeisterschaft und sechs Siegen in dieser Saison kann ich ganz gut leben.“

Richard Westbrook (Dritter): „Der dritte Platz ist ein schöner Erfolg für das Team. Der Porsche-Mobil1-Supercup ist eine der am härtesten umkämpften Meisterschaften. Deshalb war mir klar, dass Jeroen und René nur schwer zu schlagen sein würden. Sie sind die schnellsten Fahrer, die überholt man nicht so einfach. Trotzdem – das war für uns ein sehr ermutigendes und moitivierendes Rennen.“

Rennergebnis
1. Jeroen Bleekemolen (NED), Konrad Motorsport, 31:36,446 Minuten
2. René Rast (GER), VELTINS MRS Racing, + 0,157 Sekunden
3. Richard Westbrook (GBR), Porsche Cars GB, + 0,507
4. Damien Faulkner (IRL), Walter Lechner Racing School, + 12,462
5. Alessandro Balzan (ITA), Ebimotors, + 13,251
6. Thomas Jäger (GER), Abu Dhabi Race Team, + 25,075

Endstand Fahrerwertung nach 13 Läufen
1. Jeroen Bleekemolen (NED), 254 Punkte
2. René Rast (GER), 207
3. Stefan Rosina (SVK), 164
4. Patrick Huisman (NED), 148
5. Norbert Siedler (AUT), 132
6. Damien Faulkner (IRL), 126

12. Lauf in Abu Dhabi

(31.10.2009). Bei der Premiere des Porsche-Mobil1-Supercup in Abu Dhabi feierte René Rast (Steyerberg) seinen sechsten Saisonsieg – doch der Meistertitel ging erneut an Jeroen Bleekemolen. Mit dem von Konrad Motorsport eingesetzten Porsche 911 GT3 Cup hatte sich der Niederländer im Qualifying die Pole-Position für das erste von zwei Finalrennen des attraktiven Markenpokals gesichert. Die zwei Extrapunkte, die er dafür gutgeschrieben bekam, reichten zum vorzeitigen Titelgewinn.

Auf der gigantischen neuen Formel-1-Rennstrecke im größten der Vereinigten Arabischen Emirate kam Jeroen Bleekemolen beim Start am besten weg. Sein Teamkollege Nicholas Tandy zeigte bei seinem Debüt im Porsche-Mobil1-Supercup allerdings wenig Respekt vor großen Namen: Der Brite setzte sich an die zweite Position und machte schon in den ersten Runden mächtig Druck auf den Spitzenreiter. Die Angriffe des Gaststarters von der Insel konnte Bleekemolen zunächst noch abwehren, doch seinen Erzrivalen René Rast musste er in der fünften Runde vorbeilassen. Der für VELTINS MRS Racing fahrende Carrera-Cup-Meister von 2008, der mit einer kleinen Titelchance nach Abu Dhabi gereist war, konnte sich schnell vom Rest des Feldes absetzen und souverän seinen sechsten Saisonsieg nach Hause fahren.

Seine Verfolger lieferten sich unterdessen harte Positionskämpfe. Nicholas Tandy überholte nach der Hälfte der Distanz Jeroen Bleekemolen, der sich diesmal allerdings nicht zu heftig wehrte. Der Niederländer stand bisher bei allen Saisonrennen auf dem Podium und wollte diese eindrucksvolle Serie verständlicherweise nicht abreißen lassen, was ihm mit seinem dritten Platz auch gelungen ist. Hinter dem Spitzentrio kam der Österreicher Norbert Siedler (VELTINS MRS Racing) als Vierter ins Ziel, der Slowake Stefan Rosina (Walter Lechner Racing School) wurde Fünfter.

In seinem ersten Rennen für SANITEC RACING fuhr der neuseeländische Supercup-Neuling Matt Halliday an zahlreichen Konkurrenten vorbei auf den sechsten Platz vor und steht damit kurz vor dem Gewinn der Rookie-Wertung. Hinter dem für SPS Performance startenden niederländischen Supercup-Rekordsieger Patrick Huisman belegte der Amerikaner William Langhorne (SANITEC RACING) den achten Platz. Der Brite James Sutton (Porsche Cars GB), Gaststarter aus dem Carrera Cup Great Britain, kam als Neunter ins Ziel. Zehnter wurde der Spanier Siso Cunill (Konrad Motorsport).

René Rast (Sieger): „Das war ein tolles Rennen, ich bin richtig glücklich. Wir hatten offensichtlich die beste Abstimmung im Feld, danke an mein Team. Mein Start war nicht perfekt, doch nach der Safety-Car-Phase wurde ich immer schneller. Ich habe eine Weile zugeschaut, was die vor mir machen. Da ging es richtig hart zur Sache – und irgendwann habe ich meine Chance genutzt.“

Nicholas Tandy (Zweiter): „Ich bin sehr zufrieden. Es war mein erstes Supercup-Rennen und ich hatte sehr viel Spaß. Mein Start war recht gut und der zweite Platz ist mehr, als ich erwarten konnte. Ich hätte gerne auch noch René überholt, doch der war heute nicht zu schlagen.“

Jeroen Bleekemolen (Dritter): „Ich muss mich echt wundern über das, was da einige meiner Konkurrenten aufgeführt haben. Ich wurde von sechs oder sieben Autos getroffen, das kann einfach nicht sein. Natürlich ist es gut, dass wir es wieder aufs Podium geschafft haben, doch da wäre durchaus mehr drin gewesen. Wir hatten ein gutes Auto und hätten auch gewinnen können.“

Rennergebnis
1. René Rast (GER), VELTINS MRS Racing, 30:46,632 Minuten
2. Nicholas Tandy (GBR), Konrad Motorsport, + 7,432 Sekunden
3. Jeroen Bleekemolen (NED), Konrad Motorsport, + 7,908
4. Norbert Siedler (AUT), VELTINS MRS Racing, + 13,830
5. Stefan Rosina (SVK), Walter Lechner Racing School, + 14,246
6. Matt Halliday (NZL), SANITEC RACING, + 15,316

Fahrerwertung nach 12 von 13 Läufen
1. Jeroen Bleekemolen (NED), 232 Punkte
2. René Rast (GER), 189
3. Stefan Rosina (SVK), 148
4. Patrick Huisman (NED), 140
5. Norbert Siedler (AUT), 123
6. Damien Faulkner (IRL), 110

Der 13. Lauf des Porsche-Mobil1-Supercup findet am 1. November im Rahmen des Grand Prix von Abu Dhabi statt.

Jeroen Bleekemolen im Portrait

Der neue Meister ist ein alter Bekannter: Im Finale des Porsche-Mobil1-Supercup auf der neuen Formel-1-Strecke in Abu Dhabi sicherte sich Jeroen Bleekemolen mit dem Porsche 911 GT3 Cup zum zweiten Mal in Folge den Titel. „Wir lagen die ganze Saison über an der Spitze“, sagte der für das Team Konrad Motorsport fahrende Niederländer nach seinem Erfolg. „Ich denke, wir haben den Titel auf jeden Fall verdient.“

Im Fahrerlager des attraktiven Markenpokals gibt es daran keine ernsthaften Zweifel. Mit Jeroen Bleekemolen setzte sich der konstanteste Fahrer des Jahres durch. Er gewann nicht nur die beiden Auftaktrennen in Bahrain und baute seinen Punktevor-sprung mit Siegen in Istanbul und Spa-Francorchamps weiter aus – er schaffte es auch bei zwölf der 13 bisher ausgetragenen Rennen dieser Saison aufs Podium.

Die Liebe zum Motorsport wurde Jeroen Bleekemolen in die Wiege gelegt. Das Ta-lent auch. Sein Vater Michael betrieb eine Kartbahn und startete Ende der 70er Jah-re sogar in der Formel 1. Die vielen Steine auf dem Weg zum erfolgreichen Rennfah-rer musste Jeroen, der seine ersten Motorsporterfahrungen 1995 im Kart sammelte, allerdings selbst aus dem Weg räumen. Darauf ist er immer noch stolz. „Ich bekam nichts geschenkt“, sagt er, „ich habe mir alles selbst erkämpft.“ Als er 1998 in die Formel Ford wechselte, wurde er auf Anhieb Meister. Weitere Stationen seiner Kar-riere waren die Formel Audi Palmer, die Formel 3, die FIA GT-Meisterschaft und die DTM. Dazu startete er für die Niederlande in der Formelserie A1 GP. Seine erfolgrei-che Supercup-Premiere begann er 2005 als Gaststarter und wurde in Indianapolis auf Anhieb Dritter. In seiner ersten kompletten Supercup-Saison holte er im Vorjahr den Titel.

Auf der Rennstrecke setzt er schon mal die Ellbogen ein, abseits der Piste gibt sich Jeroen Bleekemolen eher zurückhaltend. Seine Bescheidenheit macht ihn zu einem der sympathischsten Vertreter seiner Zunft. Das wissen auch seine Mechaniker zu schätzen, mit denen er nach getaner Arbeit oft noch zusammensitzt. „Ich bin immer zu 100 Prozent motiviert“, sagt er, „aber es ist auch wichtig, Spaß zu haben.“ Die Nähe zu den Menschen, die seine Erfolge erst ermöglichen, zeigt er auch dadurch, dass er bei manchen Rennen im Fahrerlager schläft – in einer Koje im Team-Truck. Allerdings nicht mehr so oft wie noch im Vorjahr. „Meine Freundin Nathalie kommt jetzt öfters mit zu den Rennen“, sagt er, „der will ich das nicht zumuten.“

Die Saison 2008 mit seinen Erfolgen im Porsche-Mobil1-Supercup und bei den 24 Stunden von Le Mans war nicht nur die bis dahin erfolgreichste seiner Karriere, sie ist auch der beste Beleg für seine Vielseitigkeit. Immerhin war er in diesem Jahr mit sämtlichen Porsche-Rennsportwagen unterwegs: Mit dem Porsche RS Spyder holte er in Le Mans den Sieg in der Klasse LMP2, den 911 GT3 RSR fuhr er beim 24-Stunden-Rennen in Dubai, mit dem 911 GT3 Cup S startete er am Norisring in der ADAC GT Masters-Serie, im Porsche Carrera Cup Deutschland und im Porsche-Mobil1-Supercup saß er am Steuer eines 911 GT3 Cup. „Das war ein verrücktes Jahr“, blickt er auf seine 60 Rennen 2008 zurück. Dass er es in diesem Jahr nur auf 53 Einsätze bringt, begründet er mit einem Schmunzeln so: „Ich werde halt auch äl-ter.“ Nun ja – am 23. Oktober feierte er seinen 28. Geburtstag.

Sein Titelgewinn in Abu Dhabi ist also auch so etwas wie ein verspätetes Ge-burtstagsgeschenk. Und eine gute Gelegenheit zum Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr. So sagte Jeroen Bleekemolen über...

... die Saison 2009:
„Ein fantastisches Jahr. In zwölf Rennen auf dem Podium – das muss mir erst mal einer nachmachen. Ich war immer schnell und machte keine dummen Fehler. Dieser Titelgewinn macht die Saison perfekt.“

... die erfolgreiche Titelverteidigung:
„Der erneute Titelgewinn zeigt, dass mein Erfolg im Vorjahr kein Zufall war, dass ich nicht einfach nur Glück hatte. Auch in dieser Saison waren schnelle Fahrer und gute Teams am Start. Ich bin stolz, mit einem neuen Team trotzdem gleich noch einmal Meister geworden zu sein.“

... den Schlüssel zu seinem Erfolg:
„Das war sicherlich meine Konstanz. Und natürlich die Leistung meines Teams, das es immer geschafft hat, mir ein optimal abgestimmtes Auto in die Hand zu geben. Ich war auf allen Strecken siegfähig. Selbst wenn es mal nicht so gut lief, war ich immer noch schnell genug, um aufs Podium zu kommen.“

... seinen schönsten Sieg:
„Das Auftaktrennen in Bahrain zu gewinnen, war besonders schön. Es war das erste Rennen mit meinem neuen Team und ich wusste vorher nicht so recht, wo wir ei-gentlich stehen. Nach diesem Sieg waren dann aber alle Zweifel aus der Welt.“

... sein Team Konrad Motorsport:
„Es ist sehr schön, für dieses Team zu arbeiten. Die Leute stehen fest auf dem Bo-den und haben das Herz am rechten Fleck. Motorsport ist ihr Leben. Sie arbeiten bis zum Umfallen, trotzdem kommt der Spaß nicht zu kurz. Es ist sehr wichtig, da die richtige Balance zu finden. Und Franz Konrad weiß sehr viel über Rennen, ist sein ganzes Leben lang Rennen gefahren und auch schon seit ewigen Zeiten Teamchef. Dem macht so schnell keiner was vor.“

... seine Stärken:
„Ich bin in der Lage, auch unter nicht ganz optimalen Umständen ein gutes Resultat zu holen. Ich komme immer sehr schnell auf einen guten Speed und verschaffe uns damit die Zeit, um das Auto noch weiter zu verbessern. Das ist sehr wichtig im Su-percup, weil man eben nur sehr wenig Trainingszeit zur Verfügung hat.“

... seine Pläne für 2010:
„Es steht noch nicht endgültig fest, was ich machen werde. Ich hätte aber nichts ge-gen eine weitere Supercup-Saison einzuwenden.“

... seine Träume:
„Ich kann Rennen fahren und gut davon leben – das ist ein großes Privileg, das nicht viele genießen können. Ich bin dankbar für das, was ich erreicht habe und freue mich auf das, was noch kommt.“

31.10.2009

Text- und Bildmaterial: Porsche AG

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