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1. Sportfahrertraining auf dem Hockenheimring

Porsche Hockenheimring Cayman

Die artgerechte Haltung eines Porsche ist bekanntlich die auf der Rennstrecke. Um das fahrerische Können auszubauen sind spezielle Fahrtrainings ideal geeignet. Das PFF präsentierte das erste Sportfahrtraining auf dem Hockenheimring – und es hat jede Menge Spaß gemacht.




Angefangen hat alles mit einer Idee von Christian Loch, der als angehender Fahrsicherheitstrainer und begeisterter Porschefahrer ein spezielles Training für Porsche ausrichten wollte. Das Training sollte über das übliche Sicherheitstraining hinausgehen und im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Hockenheim stattfinden, so dass auch gleich ein paar Runden auf der Rennstrecke mit ins Programm aufgenommen werden konnten. Der Termin wurde auf Freitag, den 23.02.2007 gelegt und ein kompletter Tag eingeplant.

Los ging es morgens um 9.45 Uhr mit einer Besprechung und Vorstellungsrunde im BW-Center auf dem Hockenheimgelände. Klasse war, dass die beiden Trainer bei ihrem Programm auch auf Wünsche der Teilnehmer eingegangen sind. Danach hieß es auch gleich "Gentlemen, start your engines", denn das Training sollte nicht nur aus Reden und Theorie bestehen.

Fuhrpark vor BW-Center
Treffen in der Lobby
Einführungsrunde

Als Erstes ging es ans Bremsen und Ausweichen im Gefälle auf glatter Fahrbahn. Nachdem man im Porsche die Strecke zum Kennenlernen erst einmal langsam abgefahren hatte, gab es zuerst eine kleine Einweisung. Nachdem die optimale Sitzposition und Lenkradführung erklärt wurde (die meisten Fahrer haben den Sitz zu weit hinten und greifen beim Lenken falsch), ging es ans Eingemachte. An einem ca. 100 Meter lange Gefälle wurden Hütchen aufgestellt, die es mit einer bestimmten Geschwindigkeit zu umfahren galt. Die Schwierigkeit dabei bestand darin, dass der Fahrbahnbelag in Verbindung mit der Wasseranlage in eine fast eisglatten Fläche verwandelt wurde. Später wurden noch Hindernisse in Form von plötzlich auftauchenden Wasserfontänen eingebaut, so dass man alle Hände (und Füße) voll zu tun hatte, das Fahrzeug sicher die markierte Fläche hinunterzufahren. Hier zeigte sich auch gleich der Vorteil von Winterreifen gegenüber Sommerreifen. Die Fahrzeuge mit Winterreifen hatten deutlich mehr Grip - dafür konnten die mit Sommerreifen mehrere unfreiwillige Kreisel und Drifts "genießen"...

Ganz wichtig: Sitzposition
Abfahrt mit Hindernissen
Slalom auf glatter Bahn

Nach dem gemeinsamen Mittagessen galt es bei der nächsten Übung, mit seinem Fahrzeug so schnell wie möglich einen Spurwechsel durchzuführen. Auch hier war die Fahrbahn wieder bewässert, so dass bei einer zu hohen Geschwindigkeit lediglich ein "Dreher" passieren konnte. Km/h um km/h tasteten sich alle Teilnehmer an ihre höchstmögliche Geschwindigkeit heran und waren am Ende der Übung zum Teil sehr überrascht, dass eine beherzte Vollbremsung bei knapp 80 Stundenkilometer manchmal effektiver sein kann als ein Ausweichmanöver - trotz nasser Straße.

Und weiter ging es auf den Handlingparcours, einem langgezogenen Halbkreis, der Dank speziellem Belag und Wassersprenkler nahezu Glatteis-Charakter aufweist. Mit ca. 40-50 km/h galt es den Parcours zu meistern, ohne dabei von der Fahrbahn herausgeschleudert zu werden. Auch hier muss dazu gesagt werden, dass das Herausschleudern sich durch den Belag bei einem für Fahrer und Fahrzeug ungefährlichen Dreher bleibt. Beim Durchfahren des Halbkreises galt es, den Grenzbereich des Fahrzeuges zu finden und in diesem das Fahrzeug zu halten. Der Effekt dabei war, den Punkt zu erfahren, bei welchem das Auto ausbricht, um es dann wieder einzufangen. Dass man damit auch ein paar schöne Drifts hinlegen konnte, war nur ein Nebeneffekt - aber es haben alle sichtlich genossen.

Ein perfekter Drift
Manchmal endete es...
...aber auch unerwartet

Die Hydraulikplatte, auch bekannt als "Schleuderplatte", stellte sich als ein ziemlich anspruchsvoller Teil des Trainings heraus. Auf rutschiger Fahrbahn wird ein plötzlicher Heckausbruch mit Hilfe einer beweglichen Platte hervorgerufen, der durch Gegenlenken abgefangen werden muss. Diese Übung verlangt eine schnelle Reaktion und ein geübtes Händchen. Nicht zu vergessen sind dabei die Hindernisse, die es zu umfahren galt - bei absolut glatter Fahrbahn. Auch hier brauchte es meist erst einige Dreher, bis der "richtige Dreh" herausgefunden wurde.

Noch ist alles in Ordnung...
...bis die Platte...
...ihren Dienst verrichtete
Auch hier hatte man...
...mit der Platte...
...zu kämpfen

Inzwischen begann es langsam etwas dunkel zu werden und der Blick auf die Uhr zeigte einem 18 Uhr an. Zeit für den krönenden Abschluss und dafür, dem Porsche etwas Auslauf auf dem Ring zu gönnen. In einer ersten Einführungsrunde wurde die Strecke in zügigem, aber noch gemäßigtem Tempo abgefahren und auf die Besonderheiten des Rings hingewiesen. Anschließend gab es eine Aufteilung der Teilnehmer in eine langsamere und schnellere Gruppe. Bei "langsam" sollte man sich nicht täuschen - auch hier ließ man es schon mal richtig "krachen". Die schnelle Runde bestand dann aus den etwas erfahreneren Piloten.

Erst ruhig angehen lassen...
...dann etwas flotter...
...bis zum Happy End

Nach einer Stunde Ringerlebnis ließ man den Tag noch einmal in gemeinsamen Gesprächen im Fahrerlager Revue passieren. Porsche und Motorsport, das passt zusammen. Und so war man sich schnell darin einig, dass so ein Training unbedingt fortgesetzt werden sollte.

ab 02.2007

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